Der "Methodenpluralismus" ist ein ungeschriebenes Gesetz der Fachdidaktik Philosophie. Ältere Texte der Fachdidaktik ordnen philosophische Methoden einem "methodischen Philosophieren" (Martens) zu, das bereits Nähe zu den Operatoren der Lehrpläne aufweist: "1. phänomenologische Methode: differenziert und umfassend beschreiben, was ich wahrnehme und beobachte; 2. hermeneutische Methode: das eigene Vorverständnis bewusst machen sowie (nicht nur philosophische) Texte lesen; 3. analytische Methode: die verwendeten zentralen Begriffe und Argumente hervorheben und prüfen; 4. dialektische Methode: ein (mündliches oder schriftliches) Dialogangebot wahrnehmen, auf Alternativen und Dilemmata zuspitzen und diese abwägen; 5. spekulative Methode: Phantasien und Einfälle zulassen und eigene Lösungsversuche Gedankenexperimenten erproben" (Martens).

Wie weit Husserls Phänomenologie, Hegels Dialektik oder Gadamers Hermeneutik von dieser Zuordnung entfernt sind und ob andere Beschreibungen und Vorstellungen der Anwendung philosophischer Methoden im Philosophieunterricht möglich sind, soll im Seminar diskutiert werden. Grundlage ist das kompakte Einführungsbuch im Junius Verlag "Philosophische Methoden" von Tatjana Schönwälder-Kuntze. Da das Buch in Gänze zur Grundlage genommen wird, kann ein Scan nicht zur Verfügung gestellt werden, so dass Sie sich das Buch besorgen müssen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2021/22