Der Geschichtsunterricht ist ein Lesefach. Textverstehen bildet daher eine wichtige Voraussetzung für historisches Lernen. Ernüchternd sind dagegen empirische Befunde und unterrichtspraktische Erfahrungen: Lernende haben gravierende Probleme beim Verstehen von historischen Quellen und Darstellungen. Im Mittelpunkt der Übung steht daher die Frage, mit welchen methodischen Zugängen historisches Textverstehen gefördert werden kann. Anhand von Schulbuch- und Interviewauszügen sollen zunächst fachliche und sprachliche Herausforderungen und Problemlagen des Textverstehens im Geschichtsunterricht analysiert werden. Auf dieser Grundlage werden Strategien zur Förderung historischen Textverstehens erarbeitet sowie differenzierende Aufgabenformate und Unterrichtsmaterialien für Schüler*innen heterogener Lernvoraussetzungen entwickelt.

Wenn es die epidemische Entwicklung und der Regelschulbetrieb zulassen, werden die entwickelten Aufgabenformate von den Seminarteilnehmer*innen im Geschichtsunterricht an Kooperationsschulen eingesetzt und die gesammelten Praxiserfahrungen abschließend reflektiert. Die Übung bietet damit die Möglichkeit, sich an der Schnittstelle von Theorie und Praxis mit einem Grundproblem des heterogenitätssensiblen Geschichtsunterrichts zu beschäftigen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2021
ePortfolio: Nein