Obwohl Plotin (205 – 270) sich selbst als Interpret der Philosophie Platons verstand, ist er in die Geschichte der Philosophie als Begründer und bekannteste Vertreter einer ‚selbständigen‘ philosophischen spätantiken Schulrichtung eingegangen: des Neuplatonismus. Typisch für den Neuplatonismus seit Plotin ist die Entwicklung (auf der Grundlage platonischer Texte) einer idealistischen Henologie, nach welcher die sinnliche Wirklichkeit von drei nicht-sinnlichen Prinzipien oder Hypostasen abhängt: der Seele, dem Geiste und dem Einen. Das Seminar wird sich auf Plotins Geistlehre konzentrieren, welche in der fünften Enneade entwickelt wird; vor allem aber auf die Abhandlung V,3: „Über die erkennenden Wesenheiten und das Jenseitige“. In diesem Text behandelt Plotin u.a. die Fragen, ob Erkenntnis immer Selbst-Erkenntnis ist, und welche Entitäten (die Seele, der Geist, das Eine?) der Erkenntnis fähig sind. Das Seminar ist als ein Lektüreseminar konzipiert. Vorkenntnisse über die antike Philosophie (Platon und Aristoteles) sind erwünscht, aber nicht erforderlich.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2021
ePortfolio: No