In Zeiten überbordender Fake News, einem generellen Misstrauen in die herrschende Meinung und in die Wissenschaft im Besonderen, wird auch in Frage gestellt, ob es den behaupteten Klimawandel überhaupt gibt. Dabei wird oft auf die Unzulänglichkeiten der Ergebnisse der Klimawissenschaft verwiesen. In der Tat hat die Klimawissenschaft einen eimaligen, besonderen Gegenstand, der unter anderem deshalb besondere Methoden erfordert, weil er keine Experimente am Gesamtsystem zulässt. Aber sind die Ergebnisse der Klimawissenschaft deshalb unzuverlässig? In diesem Seminar wollen wir der Frage nachgehen, ob die vorgebrachten Vorwürfe gerechtfertigt sind. Wir wollen uns die speziellen Methoden der Klimawissenschaft aus wissenschaftstheoretischer Perspektive näher ansehen, z.B. ihren Umgang mit Unsicherheit und mit den Grenzen der Vorhersagbarkeit, was die Anpassung an vergangene Daten für die Falsifizierbarkeit der Modelle bedeutet, wie Klimamodelle bestätigt werden und welche Rolle Computersimulationen dabei spielen. Die meisten Texte, die wir lesen, sind in englischer Sprache abgefasst. Klimaethische Fragen werden nicht im Fokus des Seminars stehen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2020/21