Seit dem Erscheinen von Susan Wolfs Monografie Meaning in Life and Why it Matters (2010) hat sich eine philosophische Debatte um die Kategorie des „Sinns“ als einer besonderen Dimension des guten Lebens entsponnen. Der Fokus dieser Debatte liegt auf der Frage nach dem Sinn im Leben bzw. der Frage, was das Leben eines Individuums sinnvoll oder weniger sinnvoll macht. Diese Frage wird als eigenständige Frage gegenüber der klassischen Frage nach dem Sinn des Lebens angesehen, mit der eine holistischere Perspektive eingenommen und etwa nach dem Sinn der Existenz der menschlichen Gattung oder des Universums gefragt wird. Die Beteiligten der Debatte zum Sinn im Leben fragen demgegenüber nach den Bedingungen, die ein sinnvolles Leben ermöglichen (bzw. behindern): Was eint diejenigen persönlichen Projekte, Aktivitäten und Beziehungen, die ein Leben sinnvoll(er) machen? Wie verhält sich Sinn zu anderen Aspekten eines guten Lebens wie Wohlergehen und Moral? Muss man sich die Sinnfrage explizit stellen, um ein sinnvolles Leben zu führen? Lässt sich Sinn überhaupt direkt anstreben oder stellt er sich notwendig indirekt ein, z.B. dadurch, dass wir uns um andere oder anderes kümmern? Diese und andere Fragen sollen anhand ausgewählter Texte gemeinsam diskutiert werden. Das Seminar soll einen Einblick in zentrale Fragen, Thesen und Argumente geben, den Auftakt der Debatte und die Diskussion um Wolfs Monografie nachvollziehen, aber auch spätere Erweiterungen und Konkretisierungen der Frage nach Sinn als Dimension des guten Lebens mit einbeziehen.

Kurs im HIS-LSF

Semester: WT 2020/21
ePortfolio: No