Geographielehrkräfte werden im Unterrichtsalltag mit der Heterogenität von Lerngruppen konfrontiert. Um individuelle Lernangebote für die Schülerinnen und Schüler im Geographieunterricht gestalten zu können, muss eine Lehrkraft u. a. fähig sein, lernrelevante Ereignisse im komplexen Unterrichtsgeschehen zu identifizieren, diese theoriegeleitet zu interpretieren und Handlungsalternativen zu entwickeln. Dies stellt den Kern ihrer professionellen Unterrichtswahrnehmung dar und bildet eine notwendige Voraussetzung, um das eigene Lehrerhandeln reflektieren und weiterzuentwickeln zu können.
Das Ziel des Seminars ist die Schulung der professionellen Unterrichtswahrnehmung mittels Videovignetten von authentischem Geographieunterricht sowie geographischen Schülerexkursionen. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt dabei auf dem Einsatz von lernunterstützenden Maßnahmen der Geographielehrkraft im Umgang mit Heterogenität. Die Studierenden lernen im Seminar zunächst die theoretischen Grundlagen von lernunterstützenden Maßnahmen zur individuellen Förderung kennen, erarbeiten entsprechend Praxismaterialien aus dem Geographieunterricht sowie analysieren dahingehend systematisch authentische Unterrichtsvideos. In einer Selbstlerneinheit wenden die Studierenden ihr erworbenes Wissen am Beispiel von Videoaufnahmen einer Schülerexkursion am Münsteraner Stadthafen an. Diese wird via Peer Review begutachtet und anschließend im Seminar besprochen. In einem letzten Schritt werden die Potenziale und Grenzen der professionellen Unterrichtswahrnehmung diskutiert und der Stellenwert für das eigene Lehrerhandeln abgeleitet.
Die Sitzungen am 10.06.,17.06. und 24.06. sind im Rahmen einer Selbstlerneinheit ohne Präsenzveranstaltung. Die Sitzung am 01.05. (Maifeiertag) sowie am 12.06. (Pfingstferien) entfallen. Das Seminar erfüllt die Anforderungen zur Implementierung von inklusionsorientierten Fragestellungen in LZV-konformer Form.
- Lehrende/r: Melissa Meurel