Die Eroberungszüge des Makedonenkönigs Alexander des Großen stellten eine massive Expansion des Griechentums dar. Die griechische Kultur beschränkte sich nicht mehr nur auf seine Kerngebiete, sondern wurde in das gesamte Perserreich hineingetragen. Der Nahe Osten und Ägypten waren nach dem Tod Alexanders in der Hand makedonischer Feldherren und formierten sich als von einem König zentralistisch regierte Großreiche. In den neu gebildeten Staaten kam es durch die Vermischung der griechischen Zivilisation mit den unterworfenen Volksgruppen auf vielen Ebenen zu dynamischen Prozessen. Die als Hellenismus bezeichnete Epoche, die mit Alexander dem Großen beginnt und mit der römischen Expansion in den Osten spätestens im Jahr 30 v. Chr. ihr Ende findet, verkörpert nicht nur in kultureller Hinsicht eine neue Lebenswelt; auch was das politische Regime anbelangt, hatte sich das Gesicht der „griechischen“ Welt durch die Etablierung der Königsherrschaft verändert. Im Rahmen des Proseminars sollen sich die TeilnehmerInnen mit der Genese und der historischen Entwicklung der hellenistischen Staatenwelt ebenso befassen wie mit der Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur ihrer maßgeblichen Protagonisten — der Königreiche der Antigoniden, Attaliden, Seleukiden und Ptolemäer — und den Implikationen des Epochenbegriffs „Hellenismus“.

Das Seminar führt in die Grund- und Hilfswissenschaften der Alten Geschichte ein (Epigraphik, Numismatik und Papyrologie), ferner werden die Hilfsmittel und Methoden vorgestellt und anhand ausgewählter Beispiele der Umgang mit ihnen eingeübt. Für den Scheinerwerb sind die regelmäßige Teilnahme, ein Referat, eine schriftliche Hausarbeit und eine Abschlussklausur obligatorisch.

Kurs im HIS-LSF