Das Seminar konzentriert sich auf Rezeptionsforschung und analysiert konkret die Medienaneignung von Menschen mit Migrationserfahrung. Im Zentrum stehen dabei die folgenden Fragestellungen: Welche Bedeutung hat die persönliche Lebenssituation für die Medienaneignung? Inwiefern nutzen Menschen mit Migrationserfahrung Medien auf eine spezielle Art und Weise? Mit welchen medienvermittelten Stereotypen sehen sie sich konfrontiert und wie nehmen sie diese wahr? Es geht also darum, die Mediennutzung aus einer lebensweltbezogenen Perspektive zu analysieren. Für ein ganzheitliches Verständnis im Sinne einer Medienkulturforschung müssen dazu drei verschiedenen Dimensionen fokussiert werden:

 

Erstens das situative Medienhandeln: Diese Dimension zielt darauf ab, die Bedeutung von Medien aus Nutzerperspektive zu untersuchen. Es geht also darum zu erfahren, welchen subjektiven Sinn die Menschen den Medien für ihre Alltagsgestaltung zuschreiben.

 

Zweitens die Repräsentation: Hier wird danach gefragt, inwiefern die spezifischen sozialen Gruppen in den Medien dargestellt werden. Dabei geht es auch darum, die Rolle von Medien bei der Bildung von Stereotypen zu hinterfragen.

 

Drittens die verschiedenen Lesarten und Deutungsweisen: Hier geht es um die Frage, welche Rolle die soziale Positionierung in der Gesellschaft bei der Interpretation von verschiedenen Medieninhalten spielt, d.h. welchen Inhalten schreiben Menschen mit Migrationserfahrung überhaupt Relevanz zu und wie deuten sie diese?

 

Ziel des Seminars ist es, die Aneignung bestimmter Medien(-inhalte) kontextorientiert zu analysieren und damit die Hintergründe für die Art und Weise der Nutzung und Interpretation zu verstehen. Neben intensiver Literaturarbeit sind kleinere forschungspraktische Analysen zum Thema geplant.

 

Literatur:

wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben

 

Leistungsnachweis:

Von den Teilnehmer*innen wird neben aktiver Mitarbeit und vorbereitender Lektüre die Durchführung eines Referats, einer Textdiskussion oder einer forschungspraktischen Aufgabe gefordert. Als Prüfungsleistung schreiben die TN eine Hausarbeit.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2019