Dass die Begriffe ‚Macht’ und ‚Herrschaft’ zu unterscheiden sind, ist ebenso grundlegend wie evident: Erst wo Macht institutionalisiert und also anerkannt ist, wird sie zur Herrschaft. Analog dazu sind auch die Begriffe ‚Kaiser’ und ‚Kaisertum’ voneinander abzugrenzen: Das römische Kaisertum war eine Institution transpersonal verstetigter Herrschaft, Kaiser derjenige, der gerade das Amt bekleidete. Mit dem Begriff der Macht in Bezug auf das Kaisertum verhält es sich nicht ganz so klar: Sie bedeutete zum Einen ein enormes Potenzial zur Willensdurchsetzung in den Händen eines monarchischen Herrschers, zum Anderen aber war sie für den Träger des Kaisertums fortwährend mit entziehbarer Zustimmung zum Machtvollzug verbunden; rationale Herrschaft – so der Umkehrschluss – zeigt daher die Tendenz zur Förderung der eigenen Akzeptanz bei Trägern politischer Ordnung. Nur wenn es dem Kaiser gelang Konsens zu schaffen, konnte seine Trägerschaft des Kaisertum Akzeptanz erfahren.

 

In der Übung gehen wir der Frage nach, welche Rolle Herrscherbildern bei der Herstellung von Konsens zwischen Herrscher und Beherrschten beizumessen ist, welche machtsoziologische Relevanz sich für das römische Kaisertum herausarbeiten lässt, sowie welche Werte, Normen und Regeln sich in den überlieferten Momentaufnahmen kaiserzeitlicher Kommunikation über Herrscher und Herrschaft erkennen lassen.

Kurs im HIS-LSF