Dem Geographieunterricht kommt eine Sonderstellung im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu. Der interdisziplinäre Zugang, die geographischen Raumperspektiven, die fachspezifischen Denk- und Arbeitsweisen zeichnen sich in besonderer Weise hierfür aus.

(Nicht) Nachhaltige Entwicklungen und (mögliche) Transformationsprozesse werden beispielsweise in NRW im Lehrplan der Sekundarstufe I und II unter "Naturbedingte und anthropogen bedingte Gefährdung von Lebensräumen“ thematisiert.

In den Medien findet der Begriff „Naturkatastrophen“ regelmäßig Anwendung, wenn es beispielsweise um Berichte über Folgen (wie zerstörte Infrastruktur und Opferzahlen) von Hurrikans oder Erdbeben geht. Dabei verliert man ggfs. zu schnell aus dem Blick, dass das Ausmaß der Folgen nicht nur von der Stärke der Naturerscheinung abhängt. Bei einer näheren Betrachtung tritt zu Tage, dass es sich um höchst komplexere Ursachen-Folge-Zusammenhänge handelt, in denen der Mensch eine entscheidende Rolle spielt. Daher ist sicher empfehlenswert, sich unterrichtlich auch mit dem „Katastrophen“-Begriff im Sinne der Sprachsensibilität und des systemischen Denkens auseinanderzusetzen.

Neben einem problemorientierten, lehr-lern-theoretischen Ansatz, sollen im Seminar verschiedene fachwissenschaftliche Ansätze der Mensch-Umwelt-Forschung erarbeitet, für den Geographieunterricht im Seminar aufbereitet, gemeinsam erprobt und evaluiert werden.

Die Seminarteilnehmer/-innen sollen sich in die Aufbereitung bzw. Durchführung und Evaluation der Ansätze bzw. Materialien aktiv einbringen. Um sinnvolle didaktische Entscheidungen zu treffen und Reduzierungen vornehmen zu können, wird eine fachwissenschaftliche Analyse des Unterrichtsgegenstands im Seminar angeleitet, darüber hinaus aber die Bereitschaft zur Vertiefung in Eigenleistung/Gruppenarbeit vorausgesetzt.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2019
ePortfolio: Nein