Die Standard-Prädikatenlogik kann einzelnen Dingen – auch solchen mit einer Binnenstruktur – Eigenschaften zuschreiben oder sie zueinander in Beziehung setzen. Ein Forscher auf dem Gebiet der Sozialontologie, der meint, dass Familien existieren, könnte zum Beispiel den Namen „m“ so einführen, dass dieser die Familie Meyer denotiert. Er wird dann vielleicht eine PL-Formel wie „Mam“ als Übersetzung für „Anne ist ein Mitglied der Familie Meyer“ benutzen. Was aber mit einem anderen Sozialontologen, der nicht glaubt, dass Familien existieren? Er wird vielleicht das Zeichen „mm“ als Übersetzung für „die Meyers“ verwenden und „a e mm“ als Übersetzung für „Anne gehört zu den Meyers“. Peter van Inwagen hat schon 1990 in seinem Buch „Material Beings“ gezeigt, wie wichtig es ist, sich so ausdrücken zu können. Nur: Wie funktionieren solche Ausdrücke logisch gesehen? Benutzt der individualistische Ontologe den Pluralausdruck „mm“ als Namen? Falls ja, wofür steht „mm“? Nicht für ein Einzelding mit Binnenstruktur, sondern für eine reine Pluralität? Aber was wäre das? Und was wären Beispiele dafür: im Schwarm fliegende Vögel, die Meyers, menschenartig arrangierte Atome? Oder sollte „mm“ ein (Schein-)Name sein, der grundsätzlich für gar nichts steht? Aber wie geht das? Kann man von „mm“ zu einer Pluralvariablen „xx“ übergehen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die noch relativ wenig erforschte Plurallogik. Und mit der wollen wir uns beschäftigen. Im Learnweb wird rechtzeitig Material dazu stehen. Das Seminar setzt grundlegende Kenntnisse des Kurses „Logik und Argumentationstheorie“ zwingend voraus. Wer vergleichbare Kenntnisse in einem anderen Fach erworben hat und teilnehmen möchte, kontaktiere bitte einen der Veranstalter.

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2019
ePortfolio: Nein