Das Schaffen Ludwig Wittgensteins und das Wirken des Wiener Kreises sind für analytische Philosophen heute Höhepunkte der Philosophiegeschichte. Das Autorenkollektiv, welches 1929 das Manifest des Kreises verfasste, ordnet seine Arbeit sofort mit großem Selbstbewusstsein kulturell, gesellschaftlich und politisch in das Wien seiner Zeit ein. Schon 1973 haben Allan Janik und Stephen Toulmin darauf hingewiesen, dass auch Wittgenstein am besten vor dem kulturellen Hintergrund seiner Heimatstadt Wien zu verstehen ist. Beides wird noch immer oft ausgeblendet. Die Höhepunkte haben ihren Kontext und – wenn man sie in den Mittelpunkt stellen will – ihre Vor- und Nachgeschichte. Wir wollen einige wichtige Texte Wittgensteins und der Mitglieder des Wiener Kreises in diesem Kontext lesen. Gedacht ist dabei (noch ganz vorläufig) an Autoren wie Ernst Mach, Theodor Herzl, Hugo von Hofmannsthal, Otto Weiniger, Fritz Mauthner, Adolf Loos, Robert Musil, Ludwig Anzengruber, Hans Driesch, Johann Sauter, Paul Feyerabend und Jean Améry. Ausflüge in Musik und bildende Kunst sind nicht ausgeschlossen. Für evtl. zu übernehmende Referate ist mit einem erheblichen Recherche-Aufwand zu rechnen. Einzelheiten werden in der ersten Sitzung besprochen.         

 

Kurs im HIS-LSF

Semester: SoSe 2019