Affekte, Emotionen und Leidenschaften stehen seit jeher in der Kunst hoch im Kurs. Beschreibungen seelischer Zustände und die Differenzierung von Ausdruckskategorien wie Hass, Wut, Angst, Verzweiflung, Trauer, Hingabe, Freude, Liebe und Verzückung weisen zurück auf die antike Rhetorik und sind zugleich an den menschlichen Körper als das Medium der Visualisierung auch in der zeitgenössischen Kunst gebunden. Ausgehend von künstlerischen Reflexionen des Verhältnisses zwischen Macht und Emotionen sowie dessen mediale (De-)Konstruktionen fragt das Seminar nach der emotionalen Handlungsmacht der Körper. Unter Einbezug aktueller Affekttheorien und der Diskurse zur ästhetischen, psychologischen, sozialen und politischen Bedeutung der affektiven (Bild-)Regime richtet sich der Blick auf beispielhafte Positionen der Kunst seit der Moderne. Der thematische Rahmen ist durch ein Ausstellungsvorhaben gesetzt, das 2020 im LWL Museum für Kunst und Kultur Münster unter dem Titel "Passion Leidenschaft. Die Kunst der großen Gefühle" die Leidenschaften in der Kunst in einem historisch erweiterten Überblick verhandeln wird (Kuratorin: Dr. Marx). Eventuell besteht die Möglichkeit kleinere Werktexte zu den Exponaten dieses Projekts zu erarbeiten.

 

Voraussetzung für die Benotung des Seminars sind die regelmäßige Teilnahme, die Ausarbeitung und Präsentation eines Referats, die Bereitstellung eines Thesenpapiers bis spätestens eine Woche vor dem Präsentationstermin und die Einreichung einer Hausarbeit (Frist: 30.08.2019).

Kurs im HIS-LSF