In seinem 2006 veröffentlichten, vielbeachteten Buch Fear of Knowledge argumentiert Paul Boghossian gegen die in der postmodernen Philosophie und auch in den Kultur- und Sozialwissenschaften fest etablierte Auffassung, dass Erkenntnis nur sozial konstruiert und Wahrheit lediglich relativ sei. Boghossian liefert hierzu einen Überblick über prominente relativistische und konstruktivistische Theorien und legt eine Reihe von Gegenargumenten vor, aufgrund derer solche Theorien zurückzuweisen seien. Stattdessen ist Boghossian der Auffassung, dass wir schlicht unserem gesunden Menschenverstand folgen und eine realistische Erkenntnistheorie vertreten sollten, die davon ausgeht, dass Wahrheit jenseits sozialer und kultureller Perspektiven existiert und objektive Erkenntnis möglich ist.
Ziel des Seminars ist es, den gut strukturierten und in seiner Länge mit ca. 140 Seiten übersichtlichen Text von Boghossian im Detail zu studieren und seine Argumentation zu prüfen. Hierbei sollen auch die von ihm kritisierten Vertreter sozialkonstruktivistischer Positionen, wie etwa Richard Rorty, hinzugezogen werden. Der Seminarplan wird in der ersten Sitzung vorgestellt.
- Lehrende/r: Karen Meyer-Seitz