Ziel des Seminars ist, aus der Perspektive der geographischen Stadtforschung aktuelle Prozesse von Stadtentwicklung; Wohnen und Segregation zu analysieren und diskutieren: Ausgehend vom Konzept der europäischen Stadt stehen dabei im Fokus soziale bzw. sozialräumliche Polarisierungs- und stadträumliche Fragmentierungsprozesse, wie sie einerseits in einer zunehmenden innerstädtischen Differenzierung, in Gentrification und Gating und andererseits in räumlicher Marginalisierung, Stigmatisierung und Exklusion zum Ausdruck kommen. Diese Prozesse sollen kritisch analysiert, konzeptionelle Ansätze zur Erforschung von Segregations-, Polarisierungs- und Fragmentierungsprozesse sowie und Handlungsansätze sollen diskutiert werden. Die angesprochenen Auswirkungen machen sich auch immer stärker auf den urbanen Wohnungsmärkten bemerkbar. So kommt es insbesondere in den attraktiven urbanen Wachstumsräumen zu einer immer stärkeren Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt, was zur Verknappung und Verteuerung von Wohnraum beiträgt – ein Prozess, von dem alle Bevölkerungsgruppen betroffen sind – also nicht nur die Wohnraumversorgung einkommensschwächerer Haushalte, die in Großstädten immer besonders fokussiert werden. Damit verknüpfte Herausforderungen wie Mietpreisentwicklung, Sozialer Wohnungsbau oder Fragen der Gentrifizierung und Verdrängung werden im Seminar ebenso thematisiert wie die Entstehung neuer Stadtquartiere oder die instrumentelle Steuerung der Entwicklungen. Die konzeptionellen Betrachtungen werden anhand von Fallbeispielen konkretisiert, wobei hier der Schwerpunkt auf der Stadtentwicklung im deutschsprachigen Raum liegt. Leitliteratur zum Thema wird bekannt gemacht.

Kurs im HIS-LSF

Semester: ST 2026
ePortfolio: No