Grabung Sandloh: Wie Lehre und Forschung erfolgreich verzahnt wurden

Gerne möchten wir Sie über das von der Universitätsgesellschaft geförderte und erfolgreich durchgeführte Projekt „Forschend Lehren und Lernen in der prähistorischen Archäologie“ informieren:
In dem Projekt widmete sich eine Arbeitsgruppe aus Studierenden und Dozierenden der Abteilung für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie einem bislang unausgewerteten Gräberfeld in Nordwestdeutschland. Ausgehend von einer Lehrveranstaltung, die die Arbeit mit Primärquellen thematisierte, ist eine Arbeitsgruppe bestehend aus Dozierenden und Studenten entstanden, die sich dieser Entwicklung erfolgreich entgegenstellt. Hintergrund war die Beobachtung, dass ein erheblicher Teil der wissenschaftlichen Erkenntnisse archäologischer Ausgrabungen unpubliziert bleibt und der Forschung daher nur eingeschränkt zur Verfügung steht, was direkt mit der Lehrsituation an den Universitäten korreliert.
Nachdem die Feldarbeiten bereits 2023 abgeschlossen waren, wurden die gewonnenen Daten ab dem WiSe 2023/2024 zunächst in einer Lehrveranstaltung ausgewertet, und mit Ende der Vorlesungszeit wurde dann in einer Arbeitsgruppe kontinuierlich weiter an den Daten gearbeitet. Mit Unterstützung der Universitätsgesellschaft Münster, die den benötigten Druckkostenzuschuss finanzierte, konnte das Manuskript zur Publikationsreife gebracht werden. Die Ergebnisse erschienen schließlich im Habelt-Verlag in der Reihe „Universitätsforschung zur Prähistorischen Archäologie“, um die Sichtbarkeit der Ergebnisse über die Universität Münster hinaus zu gewährleisten, unter dem Titel „Das bronze- und eisenzeitliche Gräberfeld bei Essen (Oldenburg) Gewerbegebiet Sandloh“.
Der Mehrwert des Projekts reicht dabei weit über die Publikation hinaus: Studierende hatten die Möglichkeit, praxisnah zu arbeiten, und lernten, wie aufwändig eine Grabungsauswertung ist und welche methodischen und organisatorischen Aspekte dabei berücksichtigt werden müssen. Auch für die Dozierenden zeigte sich ein klarer Gewinn, da Lehre und Forschung, die im Universitätsalltag häufig getrennt organisiert sind, im Projekt erfolgreich miteinander verknüpft werden konnten.
Aufgrund der positiven Erfahrungen ist bereits eine Fortsetzung geplant: diesmal nicht nur mit der Universität Münster als Kooperationspartner, sondern auch mit der LWL Archäologie für Westfalen-Lippe wird derzeit eine Fortführung des Lehrkonzepts vorbereitet, um das erfolgreiche Modell langfristig zu etablieren.
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