FSTKI - Aufgaben und Ziele
Die Künstliche Intelligenz (KI) spielt für die Lebenswelt der Gegenwart eine immer größere Rolle. Dabei geht es nicht nur um die Durchdringung der neuen Technologien in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Angefangen von Suchmaschinen, Onlinediensten für maschinelle Übersetzungen, digital kreierten „Kunstwerken“, autonomen Autos und textbasierten Dialogsystemen, die Gedichte und Reden verfassen, umfasst die KI auch medizintechnische Verfahren, Pflegeroboter sowie Roboter, die für Gottesdienste eingesetzt werden. Jenseits der Frage nach der Beziehung von Mensch und Maschine rückt die KI vielmehr das Selbst-, Welt- und Transzendenzverständnis des Menschen in den Fokus. Was ist das Spezifikum menschlicher Intelligenz? In welchem Verhältnis steht diese zu einer Künstlichen Intelligenz? Wann können wir auf die KI vertrauen, wann sie anwenden?
Die Entwicklungen und Dimensionen, wie weit und tief KI einerseits das Selbstbewusstsein und die Spiritualität des Menschen, seine intersubjektiven, weltlichen und transzendentalen Beziehungen prägt, verändert und womöglich verfremdet sowie andererseits reformiert und erneuert, ist noch offen. Daher lautet die Frage: Wer sind wir, wir Menschen als intelligente, zugleich lebendige und geschichtliche Wesen, die der Herausforderung ausgesetzt sind, in vielen kognitiven Leistungen weit übertroffen zu werden?
KI prägt bereits heute die Lebensbezüge des Menschen, verändert Beziehungen, erweckt neue, transhumanistische oder posthumanistische Wirklichkeiten. Diese Herausforderungen betreffen alle Bereiche des Lebens und zugleich auch alle Fachdisziplinen. Die FSTKI nimmt intensiv, kritisch und dezidiert diese Herausforderungen – mit einem dialogischen und transdisziplinären Ansatz – aus dem Horizont religiösen Denkens des Islams an. Dabei geht es um eine Theologie der Künstlichen Intelligenz, die nicht partiell die jeweiligen Herausforderungen der KI aufnimmt und reflektiert, sondern grundlegend nach einer Theologie fragt, die sich aus der offenen und dynamischen Generierung der KI entwickelt. Folglich sind erkenntnis- und wissenschaftstheoretische, ethische, anthropologische, religionsphilosophische und spirituelle Perspektiven tragend. Eine analytische, kritische und gesamtgesellschaftlich relevante sowie nachhaltige Theologie der Künstlichen Intelligenz, die dialogisch und transdisziplinär verfährt, soll dabei Lernprozesse und dynamische Beziehungsgeflechte menschlicher Wirklichkeit ausleuchten und deren theologische Bedeutung in sozialer, ethischer und religiöser Hinsicht offenlegen.
Zahlreiche Themenfelder wie der Trans- und Posthumanismus, der Intellekt, die Intelligenz, die Digitalisierung, die Ethik und viele weitere mehr zeichnen das Spektrum der theologischen Beschäftigung mit der KI aus. Im Zentrum des Ganzen steht die virulente Frage: Wer ist der Mensch? Durch diese Verflechtungen und Bezüge begrüßt die FSTKI die interdisziplinäre und fächerübergreifende Zusammenarbeit mit Instituten, Einrichtungen und Forschungsstellen, die an diesem offenen und dynamischen Prozess partizipieren möchten. Neben der Organisation von Tagungen, Workshops, Vorträgen und Ausstellungen, soll die FSTKI auch die Veröffentlichung von Monographien, Sammelbänden sowie fachspezifischen Zeitschriften fördern – ergänzt durch weitere innovative Formate.
