Sommersemester 2026, Hauptseminar014180: zum Vorlesungsverzeichnis
Die Bedeutung der religiös „Anderen“ in religionstheologischen Entwürfen
Das Seminar führt ein in religionstheologische Grundfragen anhand von klassischen und neuen Entwürfen aus unterschiedlichen Kontexten. Dabei spielen verschiedene Spannungen eine zentrale Rolle: die zwischen Partikularität und Universalität, sowohl im Umgang mit Wahrheit, als auch im Verständnis von Zugehörigkeit und Gemeinschaft. Grundlegend ist dabei die Spannung von Alterität und Identität, und religionsphilosophisch die Spannung von «Religion» im Singular und «Religionen» im Plural. Eine hermeneutisch wichtige Frage ist, ob und inwiefern die verschiedenen Entwürfe ihre eigene Situiertheit, Historizität und Kontextualität reflektieren, und inwiefern Dynamiken religiöser Pluralität, inklusive von Machtasymmetrien und intersektionalen Fragen, im Blick sind. Daran zeigt sich deutlich, ob Alterität abstrakt oder konkret, statisch oder dynamisch gedacht wird und welche Rolle die Forderung nach Reziprozität spielen kann.
Literatur:
Reinhold Bernhardt, Klassiker der Religionstheologie im 19. und 20. Jahrhundert. Historische Studien als Impulsgeber für die heutige Reflexion, Zürich 2020
Catherine Cornille et al. (Hg.), New Frontiers in Christian Comparative Theology, Concilium 61/4, 2025
Ulrich Dehn et al. (Hg.), Handbuch Theologie der Religionen. Texte zur religiösen Vielfalt und zum interreligiösen Dialog, Freiburg 2017
Alon Goshen-Gottstein, Covenant and World Religions, Liverpool 2023
Perry Schmidt-Leukel, Wahrheit in Vielfalt. Vom religiösen Pluralismus zur interreligiösen Theologie, Gütersloh 2019
Jerusha Tanner Lamptey, Never wholly other. A Muslima theology of religious pluralism, Oxford 2016
John J. Thatamanil, Circling the elephant. A comparative theology of religious diversity, New York 2021