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Nachruf auf Andreas Ludden


 

© Andreas Ludden

Es ist meine traurige Pflicht, mitteilen zu müssen, dass Andreas Ludden, M.A., verstorben ist. Wir erfuhren davon am 10. März 2026.

Nach dem Abitur am Gymnasium Carolinum in Osnabrück und dem Grundwehrdienst studierte Andreas Ludden Slavistik, Baltistik und Indogermanische Sprachwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Seine Liebe zu den Sprachen führte ihn nach Prag, Riga, Kuopio und Bautzen, wo er seine Kenntnisse im Tschechischen, Lettischen, Finnischen und Sorbischen vertiefte.

1981 erlangte er den Magistergrad mit seiner Arbeit „Das Nomen agentis im Altrussischen“. In den Jahren 1981/82 arbeitete er bei Professor Christian Hannick in Trier an der Erstellung eines griechisch-kirchenslavischen Glossars athonitischer Klosterregeln. Dieser Tätigkeit folgte ein zweijähriger Aufenthalt in Helsinki, wo er seine Finnischkenntnisse weiter vertiefte.

Von 1984 bis 1989 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Slavisch-Baltischen Seminar in Münster, wo er auch als Lehrbeauftragter für Tschechisch, Finnisch und Estnisch tätig war. Seit 1998 wirkte er regelmäßig als Mitarbeiter und Lehrbeauftragter am Seminar und späteren Institut für Byzantinistik und Neogräzistik. Dort wirkte er von 2004 bis 2005 an der Erstellung eines Incipitariums liturgischer Hymnen der Russen vom 11. bis zum 13. Jahrhundert mit. Seit dem Wintersemester 2017/18 hielt er in jedem Semester einen Neugriechischkurs ab, der regen Zulauf hatte, da sich Andreas Ludden durch sein didaktisches Geschick und seine Begeisterungsfähigkeit auszeichnete.

Bis zum Herbst 2025 unterrichtete er, ehe er über Nacht von einer heimtückischen Krankheit heimgesucht wurde.

Zeit seines Lebens beschäftigte sich Ludden intensiv mit finnischer Literatur und übersetzte mehrere historische Romane von Mika Waltari, darunter Michael el-Hakim. Der Renegat des Sultans (2015), Johannes Angelos. Sein Tagebuch von der Eroberung Konstantinopels im Jahre 1453 am Ende des Zeitalters Christi (2015) sowie Minutus der Römer oder: Die Feinde der Menschheit (2016). Darüber hinaus veröffentlichte er das Lehrbuch der georgischen Sprache (2019) sowie den Sprachreiseführer Georgisch (beide zusammen mit Lia Abuladze, 2021).

Andreas Ludden war ein bescheidener und hilfsbereiter Mensch. Sein Ableben ist nicht nur ein großer Verlust für den Institutsbetrieb; mit ihm verlieren wir auch einen exzellenten Sprachforscher und -lehrer. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Michael Grünbart

Kurse zur neugriechischen Sprache
Kurse zur neugriechischen Sprache

DIe Arbeitsstelle Griechenland bietet in jedem Semester verschiedene Kurse zur neugriechischen Sprache an.

Einen detaillierten Überblick über die Angebote  finden sie auf dieser Seite.

Öffnungszeiten während des Semesters: Jederzeit nach Vereinbarung per Mail.