Seminar für Volkskunde/
Europäische Ethnologie

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Das 1954 gegründete Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie in Münster ist eines von 23 Universitätsinstituten der Fachrichtung Volkskunde/ Europäische Ethnologie/ Kulturanthropologie/ Empirische Kulturwissenschaft im deutschsprachigen Raum. Die Forschung und Lehre des Seminars widmet sich Erfahrungsformen und Lebenswelten der Alltagskultur mit dem Fokus auf Deutschland in seinen globalen Bezügen.

Themenschwerpunkte in Forschung und Lehre sind Familie und Verwandtschaft sowie populäre Kosmologien (z.B. Aberglaube). Dabei integriert das Seminar eine wissenschaftshistorisch reflektierte historisch-volkskundliche Anthropologie und Gegenwartsstudien in kulturwissenschaftlicher Perspektive.

Der Alltag in unseren Augen – August 2014: Filmprotokoll Ostberlin 1963

2014-08 Filmprotokoll

Schmalfilm des Ehepaars Sch. aus Ostberlin, Motivprotokoll (Ausschnitt) von K.Sch., 2014.

Die Förderung des Amateurfilms in der DDR führte einerseits zu einer kontrollierten Produktion in Filmklubs, andererseits gab es widerständige Aneignungen insbesondere in der oppositionellen Kunstszene. In der Forschung bisher kaum beachtet wurde die Verwendung von 8mm- und Super8-Filmen in Familien. Solches nicht systematisch in Archiven gesammeltes Material gibt zum einen exklusiven Einblick in das Leben in der DDR. Zum anderen aber ist diese Überlieferung keineswegs privat oder individuell: zeigt sie doch mit dem Aufwachsen der Kinder, Familienfesten, Reisen und materiellen Errungenschaften Motive, die seit der Popularisierung der Schmalfilmkamera zum familialen Bild-Repertoire nicht nur bürgerlicher Milieus zählen, und die im Fotoalbum schon eine lange Geschichte haben. Analysen der Familienstruktur haben deutliche Unterschiede zwischen der BRD und der DDR dokumentiert (etwa eine deutlich höhere Erwerbsbeteiligung der Mütter im Osten). Privat produzierte Schmalfilme hingegen bieten Anlass, die Familienbilder nicht nur im Hinblick auf die sozialen, kulturellen, ästhetischen und politischen Codes der staatssozialistischen Vorgaben und Ideale zu vermessen, sondern den über die DDR hinausweisenden, historischen Horizont visueller Kultur analytisch zu berücksichtigen. Diese und weiteren Frage möchte ich in meinem Dissertationsprojekt untersuchen.

Sebastian Thalheim M.A., wiss. Mitarbeiter


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