Neuerscheinungen

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© Zeitschrift für Kulturwissenschaften

Der Alltag in unseren Augen im Mai 2017: Entscheidung fürs Eigenheim

Einfamilienhaus Neubau
Einfamilienhaus, Neubau, Westfalen 2016.
© Katherin Wagenknecht/Benjamin Widholm

Dass Familien in freistehenden Einzelhäusern wohnen ist eine historisch vergleichsweise junge Entwicklung. Als »Villa« war diese Wohn- und Siedlungsform lange nur wohlsituierten, bürgerlichen Familien möglich. Seit dem 19. Jahrhundert brachten Sozialreformer und Sozialrefomerinnen unterschiedlicher politischer Lager Kleinsiedlungshäuser als Lösung der Wohnungsfrage in die Diskussion. Aber erst die Wohnungsbaugesetze der jungen Bundesrepublik in den 1950er Jahren sowie die massive Förderung des motorisierten Individualverkehrs schufen eine ökonomische, politische und rechtliche Situation, in der das Bauen eines eigenen Wohnhauses zwar immer noch ein gewisses Privileg ist, zugleich aber eine Massenerfahrung wurde. Wie aber vollzieht sich die Entscheidung für den Neubau eines Hauses? Welche Abwägungen treffen die Paare und Familien? Diese Fragen sind Gegenstand eines Forschungsprojekts im BMBF-Verbund Hausfragen. Auf der Konferenz »Ressourcen des Entscheidens« des SFB 1150 »Kulturen des Entscheidens« der WWU Münster (24. bis 26. Mai 2017 in Münster) präsentiert Katherin Wagenknecht Ergebnisse ihrer Fallstudien in drei Neubaugebieten in Westfalen und Niedersachsen.