Konzertprogramme des Universitätschores vor dem Sommersemester 2006

Der Universitätschor wurde im Jahre 1981 von Prof. Herma Kramm (1920–1998) gegründet und steht seit April 1998 unter der künstlerischen Leitung von Dr. Ulrich Haspel.

Am 28. Februar 1999 wurde Händels »Messiah« in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen aufgeführt, am 13. Juni 1999 folgte die Aufführung von Carl Orffs »Carmina Burana« zusammen mit dem Studentischen Madrigalchor und zwei Stücken von Joseph Haydn im H1 am Hindenburgplatz. Der Universitätschor führte im Mai 2000 Franz Schuberts Messe Es-Dur und sein Offertorium »Intende voci« in Dülmen bzw. Münster auf, im September 2000 empfing der Chor den Chor der Universität Nigde (Türkei).

Im Jubiläumskonzert zu seinem 20-jährigen Bestehen am 28. Oktober  2001 begab sich der Chor auf eine abwechslungsreiche Reise durch die Welt- und Musikgeschichte. »Die Schöpfung« von Joseph Haydn wurde eingerahmt von dem doppelchörigen a-capella-Satz »Der Mensch lebt und bestehet nur eine kleine Zeit« von Max Reger und Paul Hindemiths »Apparebit repentina dies«. Die apokalyptischen Klänge dieser Vertonung des Jüngsten Gerichts waren reizvoller Kontrast und folgerichtiger Abschluß der Schöpfungsgeschichte und bewiesen eindrucksvoll die musikalische Bandbreite des Chores.

Am 16. Februar 2002 erhielt der Chor Verstärkung aus dem Süden: der Universitätschor München traf zu einem gemeinsamen Konzert in Münster ein. Die Gäste steuerten die »Messe D-Dur« von Antonín Dvorák und das »Te Deum« von Felix Mendelssohn-Bartholdy bei, die Münsteraner trugen die »Fest- und Gedenksprüche op. 109« von Johannes Brahms vor. Je später der Abend, desto leichter waren die dialektbedingten Verständigungsschwierigkeiten zu überwinden, und so endete die Begegnung der zurückhaltenden Westfalen mit den temperamentvollen Bajuwaren erst spät in der Nacht mit entfesseltem Tanz und Gesang.

Anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Collegium Musicum der Universität wurden von den Chören des Collegium Musicum Vocale im Juni 2002 an mehreren Abenden wiederum die »Fest- und Gedenksprüche op. 109« von Johannes Brahms zu Gehör gebracht. Gemeinsam mit dem Orchester des Collegium musicum instrumentale führten die Chöre in diesem Rahmen auch die »Psalmensinfonie« von Igor Strawinsky auf. Ein weiteres Jubiläum im Jahr 2002 war außerdem das 100-jährige Bestehen der Universität, deren Geburtstagsfeierlichkeiten der Universitätschor ebenfalls musikalisch begleitete.

Am 9. Februar 2003 bot der Chor dem Münsteraner Publikum in der Erpho-Kirche die Gelegenheit, das selten aufgeführte dramatische Oratorium »Belshazzar« von Georg Friedrich Händel zu erleben. Händel vertont die biblische Erzählung vom Sturz des anmaßenden Königs von Babylon und verlangt dabei von den Ausführungen größte Flexibilität: abwechselnd verkörpert der Chor die gottesfürchtigen Juden, angriffslustige Perser oder zechende Babylonier. Gewogen und keineswegs für zu leicht befunden, war dieses außergewöhnliche Konzert einer der Höhepunkte der Saison.

Im Juni 2003 trat der Chor eine Konzertreise nach Burgos in Nordspanien an, wo er mit der »Messe in D-Dur« von Antonín Dvorák das spanische Publikum begeisterte. Neben den gelungenen Konzerten in der Kirche San Nicolás und im Saal des Konservatoriums von Burgos brachte der Aufenthalt in der mittelalterlichen Stadt am Jakobsweg Kontakte zu einigen spanischen Chören. Insbesondere die Chorpartnerschaft mit dem Coro_Interludio, die an einem Abend mit kulinarischen und musikalischen Leckerbissen vielversprechend begann, konnte durch den Gegenbesuch des Chores in Münster 2004 bereits gefestigt werden.

Zurück aus südlicher Sonne feierte der Universitätschor am 1. Februar 2004 in ausverkauften Erpho-Kirche mit dem »Deutschen Requiem« von Johannes Brahms einen großen Erfolg. Als Mitglieder einer Delegation von Münsteraner Chorsängern fuhren einige Sänger des Universitätschores im Mai 2004 in die Partnerstadt Orléans, um dort anlässlich des 575-jährigen Jubiläums der Befreiung der Stadt durch Jeanne d´Arc ebenfalls das Brahms-Requiem aufzuführen. Gemeinsam mit drei französischen Chören und dem Sinfonieorchester Orléans fanden die Proben und zwei Konzerte in der eindrucksvollen Kathedrale statt, die in den folgenden Tagen auch die prächtige Kulisse für die alljährlich stattfindenden Jeanne d´Arc-Feiern bot.

Ebenfalls im Rahmen einer Städtepartnerschaft war neben anderen Münsteraner Chören der Universitätschor im Sommer 2005 eingeladen, im israelischen Rishon LeZion die 2. Sinfonie von Gustav Mahler (»Auferstehungssinfonie«) aufzuführen. Seinen vielfältigen Aufgaben als Repräsentant der Universität und der Stadt Münster wurde der Chor in diesem Fall mit besonderer Freude gerecht. Die für alle Beteiligten überaus gewinnbringende Zusammenarbeit mit dem israelischen Sinfonie-Orchester Rishon LeZion soll im Sommer 2007 in Münster ihre Fortsetzung finden.

Mit der »h-Moll-Messe« von Johann Sebastian Bach nahm der Universitätschor am 30. Januar 2005 ein weiteres großes Werk der Chorliteratur in Angriff. Die Aufführung fand gemeinsam mit dem Studentischen Madrigalchor in der vollbesetzten Erpho-Kirche statt. Das Konzert stellte einen weiteren Höhepunkt der regelmäßigen und erfolgreichen Zusammenarbeit der beiden Chöre dar und wurde nicht nur von den Inhabern der Stehplatzkarten mit Standing Ovations bedacht.

Nach zahlreichen klassischen und romantischen Werken stand im Sommersemester 2005 und im Wintersemester 2005/2006 wieder ein zeitgenössisches Werk auf dem Programm. Teile des anspruchsvollen sinfonischen Psalms »Le Roi David« des Schweizer Komponisten Arthur Honegger wurden am 5. Februar 2006 in der Erpho-Kirche aufgeführt.

01
© UCM