1.2) Vermittelte Kompetenzen
Der Masterstudiengang Skandinavische Studien baut auf einem Bachelorstudium der Skandinavistik bzw. einer europäischen Literatur- und Kulturwissenschaft auf: Grundkompetenzen der Literatur- und Kulturwissenschaft und Grundwissen über literatur- und kulturgeschichtliche Strömungen Europas oder einzelner seiner Regionen werden theoretisch-methodisch vertieft und dienen als Basis für die inhaltlich-analytische Spezialisierung auf die Bereiche Kulturtransfer, kulturelle Identität – Alterität und kulturelle Differenzierung. Die vorgängigen guten Kenntnisse einer skandinavischen Sprache werden gefestigt und erweitert sowie systematisch um die praktische Beherrschung einer weiteren skandinavischen Sprache ergänzt.
Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums erhalten die Absolventinnen und Absolventen den akademischen Grad Master of Arts (M.A.). Sie haben sich damit in einem forschungsorientierten Masterstudiengang qualifiziert, der zum eigenständigen und innovativen wissenschaftlichen Umgang mit komplexen Texten und (inter-)kulturellen Kontexten befähigt. Eine Promotion im Anschluss an den Master ist sehr gut möglich. Die Studierenden werden aber auch auf eine Arbeit im nicht primär wissenschaftlichen Bereich vorbereitet. Ihre kritische Analyse- und Kommunikationskompetenz sowie insbesondere ihre aktive Kenntnis zweier skandinavischer Sprachen befähigt sie insbesondere für Tätigkeiten im kulturellen Sektor in Deutschland und Skandinavien.
Wesentlich für die inhaltliche Konzeption des Studiengangs ist die Befragung und Integration interdisziplinärer und internationaler Impulse und Perspektiven auf die Skandinavistik, die fortlaufend ihren Niederschlag in den Lerninhalten findet. Neben dem im Hochschulstudium üblichen Wechselspiel zwischen wissenschaftlicher Eigenständigkeit und studentischer Teamarbeit wurde im Master Skandinavische Studien großer Wert darauf gelegt, eine solche Balance auch in den berufsorientierten Modulen zu gewinnen. Deshalb wird das herkömmliche Berufspraktikum, in dem auch Berufsfelder in der Wirtschaft erkundet werden können, ergänzt durch eine Phase studentischer Projektarbeit im wissenschaftlichen bzw. kulturellen Bereich.
Berufsrelevante Kompetenzen
Der Masterstudiengang Skandinavische Studien vermittelt verschiedene berufsrelevante Kompetenzen. Der verpflichtende Auslandsaufenthalt in Skandinavien im Rahmen des Studiums fördert diese Kompetenzen besonders.
Fachspezifisches Wissen
Die Studierenden vertiefen wissenschaftliche Kenntnisse in den Bereichen Literatur, Medien, Kultur, (Sprach-) Geschichte und Kommunikation im skandinavischen Kontext (Schweden, Norwegen und Dänemark) und im Kontext skandinavisch-kontinentaleuropäischer Kulturbeziehungen. Die Studierenden lernen in den Seminaren, komplexe theoretische Texte zu erfassen und sich kritisch damit auseinanderzusetzen. Sie können den Stellenwert von Theorien beurteilen, diskutieren und reflektieren.
Diese Fachkenntnisse bilden eine fundierte Grundlage für intellektuell anspruchsvolle Tätigkeiten im wissenschaftlichen wie außerwissenschaftlichen Berufsleben.
Sprachkompetenz
Durch Kurse in skandinavischer Sprache während des Studiums, das verpflichtende Auslandssemester und ein mögliches Auslandspraktikum in Skandinavien erwerben die Studierenden Sprachkenntnisse in Norwegisch oder Schwedisch auf Niveau C1 des Europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Durch die Teilnahme an Seminaren mit Studierenden verschiedener Zielsprachen können sie auch in einem skandinavisch-mehrsprachigen Umfeld sicher kommunizieren.
Die Sprachkompetenz erschließt zusätzlich zum deutschen auch den skandinavischen Arbeitsmarkt. Zudem eröffnet die Sprach- zusammen mit der Landeskundekenntnis und interkulturellen Kompetenzen (und gegebenenfalls weiteren erforderlichen Qualifikationen) Tätigkeitsbereiche in deutschen und internationalen Institutionen und Unternehmen mit starkem Bezug zu Skandinavien.
Interkulturelle Kompetenz
Die Studierenden erlangen zum einen in Seminaren zu Landeskunde und in thematischen Seminaren, zum anderen durch das Auslandssemester, ein eventuelles Auslandspraktikum in Skandinavien und den gegenseitigen Erfahrungsaustausch mit anderen Studierenden die Fähigkeit, fremde kulturelle Sachverhalte zu beurteilen, einzuordnen und sensibel mit Menschen anderer Kulturen umzugehen. Zudem erwerben sie die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge (Kultur, Politik, Geschichte, Gesellschaft) zu beurteilen.
Diese interkulturelle Kompetenz ist in einer zunehmend globalisierten Arbeitswelt, in gemischten Teams und internationalen Tätigkeitsbereichen von großem Wert.
Interdisziplinarität
Die enge Zusammenarbeit mit anderen Fächern vermittelt den Studierenden die Fähigkeit, Sachverhalte differenziert zu analysieren und in anderen Zusammenhängen zu betrachten. Sie erwerben in den interdisziplinären Veranstaltungen die Fähigkeit, Inhalte auf das eigene Arbeitsgebiet zu beziehen, zu reflektieren und vernetzt zu denken.
Ein Projekt in den Bereichen der Kultur, Bildung und Wissenschaft, welches eigenständig konzipiert und durchgeführt wird, qualifiziert für Arbeiten in den Bereichen der Kultur, Bildung, Verwaltung und Wissenschaft.
Kommunikations-, Moderations- und Vermittlungskompetenz
Das Verfassen von Essays, Protokollen, Referaten, Hausarbeiten sowie der Masterarbeit schulen darin, sich adressatengerecht mündlich und schriftlich sowohl in einer skandinavischen Sprache als auch auf Deutsch auszudrücken, Informationen zu erarbeiten und darzustellen. In allen Seminaren üben sich die Masterstudierenden durch Vorträge und Präsentationen in der Moderation und der Vermittlung von Inhalten. Zudem erwerben sie Erfahrung in der Sitzungsleitung, wenn sie Bachelorstudierende in Tutorien und der Übung Landeskunde anleiten und Diskussionen moderieren.
Dies sind sehr wichtige Qualifikationen für fast alle kommunikativen Tätigkeiten, besonders natürlich im Journalismus, in der Öffentlichkeitsarbeit und Pressearbeit, aber bspw. auch für den musealen Bereich (z.B. für die Erstellung von Katalogtexten) und ebenso für den Lektoratsbereich.
Organisations- und Zeitmanagement
Während des Masterstudiums lernen die Studierenden, ihre eigene Arbeitszeit selbstständig für die Vor- und Nachbereitung der Veranstaltungen, Hausarbeiten und Prüfungen zu managen. Durch die Organisation gemeinsamer Referate und Gruppenarbeiten in Seminaren üben sich die Studierenden zudem darin, auch Teamabläufe effizient zu gestalten. Auch der hohe Anteil an eigenverantwortlich zu planenden Studienelementen wie die Projektarbeit, das Praktikum und die Importveranstaltung tragen zur Förderung der Selbstorganisation bei.
Eigenständiges Arbeiten wie auch eine effiziente Teamkoordination sind sehr geschätzte Eigenschaften in jenen Tätigkeitsfeldern, die von großer Autonomie geprägt sind, sowie besonders für erste Führungsaufgaben.
Kontaktbereitschaft und Netzwerkkompetenz
Häufige Gruppenarbeit im Studium fordert die Zusammenarbeit der Studierenden untereinander und ein vernetztes Denken. Auch der Auslandsaufenthalt und das Praktikum stärken die Fähigkeit, auf fremde Menschen zuzugehen, Teams und Freundschaften neu zu bilden. Dies wird auch durch die Arbeit an einem Projekt gefördert, welches eigenständig geplant, durchgeführt und nachbearbeitet wird.
In Berufsfeldern, in denen Beziehungen, Vertrauen und Netzwerke besonders wichtig sind, ist diese Eigenschaft wertvoll, bspw. im Journalismus oder der Unternehmenskommunikation, aber ebenso im Politik- wie auch im Kulturbereich: also überall dort, wo Menschen erfolgreich gewonnen und die Beziehung zu ihnen gepflegt werden wollen.
Teamfähigkeit/Reflexions- und Kritikfähigkeit
Durch das selbstständige Erarbeiten eines Projekts stärken und vertiefen die Studierenden die Arbeit im Team, teilweise auch in Form von Leitungsaufgaben. Die Projektarbeit festigt die Fähigkeit, sich mit unterschiedlichen Persönlichkeiten auseinanderzusetzen, aber auch den eigenen Standpunkt zu vertreten, zu begründen und durch kritische Beurteilung anderer zu hinterfragen. Die Leitung von Tutorien und der Übung Landeskunde schult in der Führung von Teams. Im verpflichtenden Auslandssemester lernen die Studierenden Teamarbeit auf Skandinavisch kennen: flache, aber klare Hierarchien, gepaart mit eindeutiger Teamkommunikation!
Recherchekompetenz
Ihre bereits vorhandene Recherchekompetenz erweitern die Studierenden im Masterstudiengang durch die höhere Eigenverantwortlichkeit: Da sie Bachelor-Studierende in gemeinsamen Seminaren anleiten, ist eine wesentlich weitreichendere Recherchearbeit und Vorbereitung nötig. Während des Praxisprojekts recherchieren die Studierenden nicht nur Sachinformationen, sondern auch Kontakte für eine kooperative Umsetzung des Projekts.
In einer Arbeitswelt der überbordenden Informationsmöglichkeiten und der Zusammenarbeit (sei es mit Kunden, Geschäftspartnern, Kooperationspartnern etc.) ist diese Kompetenz sowohl für eigenständige wie auch zuarbeitende Tätigkeiten von großer Relevanz, um reflektierte Entscheidungen vorzubereiten und Kontakte herzustellen. Außerdem ermöglicht diese Eigenschaft, sich eigenständig auf wissenschaftlichem Niveau weitere Kenntnisse jederzeit selbst anzueignen – ob im eigenen oder in einem fremden Sachgebiet.
Analysekompetenz
Die Studierenden können ihre Methodenkenntnisse (Texte analysieren, Metaebenen verstehen und Äußerungen in ihrem jeweiligen Kontext erfassen) einsetzen, um Kommunikation und Sachverhalte differenziert beurteilen, aus- und bewerten zu können. Diskussionen in Seminaren und auch das literarische wie wissenschaftliche Lesen und Schreiben verschiedener Textsorten tragen zur Vertiefung der Analysekompetenz bei. Insbesondere durch die verstärkte Auseinandersetzung mit literatur- und kulturwissenschaftlichen Theorien üben die Studierenden, Argumentationen zu verstehen, zu entschlüsseln und eigene Argumentationen aufzubauen.
Zusammen mit der Recherchekompetenz entsteht so die wichtige Fähigkeit, im beruflichen Kontext Entscheidungsvorlagen zu erstellen, darauf begründet Entscheidungen zu fällen und Konsequenzen daraus abzuleiten.
