Dr. Till Huber

Blumfeld und die Hamburger Schule. Sekundarität – Intertextualität – Diskurspop

Till Huber

Die »Historisierung und Relativierung aller Musikelemente«, die Diedrich Diederichsen progressiven Pop-Strömungen der frühen 1980er Jahre attestierte, wird von Bands wie Blumfeld, Die Sterne und Tocotronic Anfang der 1990er Jahre aktiv betrieben und bezieht sich nun auf deren Ausdrucksmöglichkeiten insgesamt. Ein fragiles, kontextgebundenes Ich reflektiert Pop-Strukturen im Medium des Pop, speziell unter deutschen Bedingungen und in deutscher Sprache. Schnell finden sich für diese Musik Schlagworte wie »Diskurspop« und »Hamburger Schule«. Auf umfangreicher Materialbasis legt Till Huber die erste umfassende Studie zum Phänomen des Diskurspop vor. Der Autor stellt mit detaillierten Songanalysen die einschlägigen Verfahren dar, klärt anhand von Quellen-Autopsien über die Begriffs-, Sach- und Forschungsgeschichte der Hamburger Schule auf und korrigiert dabei umlaufende Legenden. Das Frühwerk der wichtigsten Band der Hamburger Schule, Blumfeld, wird als Versuch profiliert, sich im Medium Pop kritisch zu engagieren, ohne hinter das Komplexitätsniveau poststrukturalistischer Theorie zurückzufallen.

Erschienen 09/2016 bei V&R unipress

Fach: Germanistik, Neue deutsche Literatur
Betreuer/innen: Prof. Dr. Moritz Baßler, Prof. Dr. Mark Stein, Prof. Dr. Eckhard Schumacher

  • Aktuelles

    seit 4/2016 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanisitk, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

  • Akademischer Werdegang

    09/2016

    Publikation der Dissertation: Blumfeld und die Hamburger Schule. Sekundarität – Intertextualität – Diskurspop

    Erschienen bei V&R unipress

    12/2015 Disputation

    2008 - 2015 Doktorand an der Graduate School Practices of Literature
    2008 - 2009 Lehrbeauftragter am Institut für Germanistik II, Universität Hamburg
    seit 10/2008 Promotionsstipendiat der Hans-Böckler-Stiftung
    1999 - 2007 Studium der Germanistik und Amerikanistik an der Universität Hamburg

    Vorträge & Publikationen

    2017 ‘The interesting ones’. ‘Hamburger Schule’ and the ‘secondariness’ of German pop. In: Perspectives on German Popular Music. Hg. v. Michael Ahlers und Christoph Jacke. Routledge: London/New York 2017, S. 135-139.
    2016

    „Im Abflussrohr der Zeit“. Werner Riegels und Peter Rühmkorfs Heiße Lyrik (1956). In: Moritz Baßler/Walter Gödden/Sylvia Kokot/Arnold Maxwill (Hg.), Vom Heimatroman zum Agit-Prop. Essays zur Literatur Westfalens 1945–1975. Bielefeld: Aisthesis 2016, S. 100–105.

    2016 „Glücksgestaltung“. In: Pop. Kultur und Kritik Heft 8 (Frühling 2016), S. 76–87.
    2015 "Theodor W. Adorno (1903–1969), Prismen. Kulturkritik und Gesellschaft (1955)". In: KulturPoetik 1/2015 (Reihe „KulturKlassiker“), S. 123–133.
    2012 »Oben im Eck – Ein Star im Verborgenen. Holger Hiller und die Neue Deutsche Welle«. In: Thorsten Schüller / Sascha Seiler (Hg.), Hidden Tracks. Das Verborgene, Vergessene und Verschwundene in der Popmusik Würzburg: Königshausen & Neumann, S. 31-48.
    2011 Olaf Grabienski, Till Huber, Jan-Noël Thon (Hg.): Poetik der Oberfläche. Die
    deutschsprachige Popliteratur der 1990er Jahre, Berlin: de Gruyter 2011. (Verlagslink: http://www.degruyter.com/view/product/174036)
    2009 Im Herzen der Uneigentlichkeit. Überlegungen zu Christian Krachts Nordkorea. In: Christian Kracht. Zu Leben und Werk. Hrsg. v. Johannes Birgfeld und Claude De. Conter. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2009.
    2009 Ausweitung der Kunstzone. Ingo Niermanns und Christian Krachts 'Docu-Fiction'. In: Depressive Dandys. Spielformen der Dekadenz in der Pop-Moderne. Hrsg. v. Alexandra Tacke und Björn Weyand. Köln, Weimar, Wien: Böhlau 2009, S. 218-233.
    2008 "Ich will da nicht leben, wo es niemals Leben gab". Der Diskurs-Pop der Sterne als 'kapitalistischer Realismus'. In: Stadt.Land.Pop. Popmusik zwischen westfälischer Provinz und Hamburger Schule. Hrsg. v. Moritz Baßler, Walter Gödden, Jochen Grywatsch und Christina Riesenweber. Bielefeld: Aisthesis 2008, S. 132-153.
    2008 Zurück in die Dörfer. Christian Krachts Roman "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten" ist alternative Geschichtsschreibung. In: literaturkritik.de 10 (2008).