Dr. Knut Metzler

Dr. Knut Metzler

Wilhelm-Klemm-Str. 10, Raum 84
48149 Münster

T: +49 251 83-39113

Forschungsschwerpunkte

Entstehung fester Körper im frühen Sonnensystem

Der Kollaps eines Teils einer interstellaren Molekülwolke markiert den Beginn unseres Sonnensystems. Die Größe der in dieser Gaswolke enthaltenen Staubkörner (kristalline und amorphe Minerale und organischen Komponenten) lag im Bereich von Nanometern bis Mikrometern. Aus der kollabierenden Molekülwolke bildete sich dann eine protoplanetare Akkretionsscheibe um einen zentralen Protostern, unsere frühe Sonne. Aus Teilen des Gas; und Staubgemisches formten sich in dieser Scheibe später die Planeten und Asteroiden. Der Prozeß des übergangs von mikrometergroßen Partikeln zu festen millimeter; bis metergroßen Körpern ist bisher allerdings nicht gut verstanden. Glücklicherweise findet sich in Asteroidengesteinen, die als chondritische Meteorite zu uns auf die Erde fallen, noch eine Vielzahl dieser ersten festen Körper und steht der wissenschaftlichen Untersuchung zur Klärung dieser Fragestellung zur Verfügung.

Akkretionsstrukturen in primitiven Meteoriten

Extraterrestrische Breccien

Kernspuren der kosmischen Strahlung in meteoritischen Mineralen

Vita

Akademische Ausbildung

Promotion (summa cum laude) im Fach Planetologie, Institut für Planetologie, WWU Münster "Petrographische und mikrochemische Untersuchungen zur Akkretions- und Entwicklungsgeschichte chondritischer Mutterkörper am Beispiel der CM-Chondrite"
Promotionsstudium, Institut für Planetologie, WWU Münster
Diplom im Fach Mineralogie, Institut für Mineralogie, WWU Münster "Gefüge und Zusammensetzung von Gesteinsfragmenten in polymikten achondritischen Breccien"
Vordiplom im Fach Mineralogie, Institut für Mineralogie, WWU Münster
Studium der Mineralogie, Institut für Mineralogie, WWU Münster

Beruflicher Werdegang

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Planetologie, WWU Münster
Niederlassungsleiter (Privatfirmen im Bereich Abfallmanagement und Altlastensanierung), Hamm, Münster
Oberkustos für die Gesteins-, Mineralien- und Meteoritensammlungen am Museum für Naturkunde, Humboldt-Universität Berlin
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Planetologie, WWU Münster
Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Teilzeit), Institut für Planetologie, WWU Münster

Mitgliedschaften und Aktivitäten in Gremien

Mitglied der Nomenklaturkommission der Meteoritical Society
Weltweiter Koordinator der Meteoritical Society für Fundgebiete mit hohen Meteoritenkonzentrationen
Mitglied der Meteoritical Society
Projekte
Publikationen

  • , , , und . . „Nature and Origins of meteoritic breccias.“ In Meteorites and the Early Solar System II, herausgegeben von DS Lauretta und HY Jr McSween. Tucson AZ, USA: University of Arizona Press.

  • , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , und . . „Growth and form of planetary seedlings: Results from a microgravity aggregation experiment.Physical Review Letters 85 (12): 24262429.

Forschungsartikel (Buchbeitrag)
Nicht-wissenschaftlicher Beitrag (Zeitschrift)

  • Dreidimensionales Gefüge von Cluster-Chondriten

    Die Mehrzahl der Meteorite, die sogenannten Chondrite, besteht überwiegend aus millimetergroßen Kügelchen (Chondren), bei denen es sich um erstarrte Tröpfchen silikatischer Gesteinsschmelzen handelt. Die Entstehung dieser Chondren ist hochumstritten und der Zeitraum zwischen Chondrenbildung und der Akkretion erster chondritischer Gesteine ist nur unzureichend bekannt. Die Untersuchung spezieller Gefügeeinheiten in gewöhnlichen Chondriten soll hier helfen, den Chondrenbildungsprozeß besser zu verstehen und diesen Zeitraum einzugrenzen. Diese Gefügeeinheiten, charakterisiert durch eine Zusammenballung deformierter Chondren (von mir als „Cluster-Chondrite“ bezeichnet) können dahingehend interpretiert werden, dass heiße und daher verformbare Chondren schon binnen Stunden bis wenigen Tagen nach der Chondrenbildung zu einem festen Gestein akkretierten. Dies steht im Widerspruch zur gängigen Ansicht, dass Chondren zur Zeit der Mutterkörperakkretion bereits erkaltet und verfestigt waren.

    Das dreidimensionale Gefüge von Cluster-Chondrit-Fragmenten wurde mittels unterschiedlicher Verfahren in Form von Bildsequenzen dokumentiert.

    µ-CT eines Cluster-Chondrits

    Mikro-3D-Röntgen-Computertomographie eines Cluster-Chondrit-Fragments im chondritischen Meteoriten NWA 5205. Die Bildbreite beträgt 2 cm. Diese Untersuchungsergebnisse wurden von Dr. Dominik Hezel, Institut für Geologie und Mineralogie der Universität zu Köln, zur Verfügung gestellt.

     

     

    µ-CT eines Cluster-Chondrits
    © Dr. Dominik Hezel
  • Mikroschliff-Technik

    Zur Darstellung der dreidimensionalen Gefüge wurde eine quadratische Säule eines Cluster-Chondrit-Fragments aus NWA 5205 in 120 Schritten um jeweils 80 µm abgeschliffen (s. Abbildung) und als Bildsequenz dokumentiert (s. Film). Diese Arbeiten wurden in Zusammenarbeit mit Frau Ursula Heitmann (Präparatorin am Institut für Planetologie, Münster) durchgeführt.

    Abbildung:

     

     

    Mikroschliff-Technik
    Micro-grinding technique
    © Dr. Knut Metzler