• Biografie

    1987 geboren in Saarbrücken
    Staatsangehörigkeiten: deutsch und französisch
    Schulischer Werdegang
    1993 - 1997 Besuch der Grundschule Kleinblittersdorf
    1997 - 2005 Besuch des Ludwigsgymnasiums Saarbrücken (Überspringen der 10. Klasse)
    2005 Abitur am Ludwigsgymnasium Saarbrücken (Auszeichnungen: Scheffelpreis der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe, Preis des Präsidenten des Stadtverbandes Saarbrücken, Preis des Landtagspräsidenten des Saarlandes)
    Akademischer Werdegang
    2005 - 2009 Studium der Katholischen Theologie, Philosophie und Politikwissenschaft in Tübingen, Pune und Frankfurt am Main
    2009 Diplom "mit Auszeichnung" in Katholischer Theologie und Magister Artium (M.A.) "mit Auszeichnung" in Philosophie und Politikwissenschaft an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen
    2009 - 2011 Promotionsstudium in München und als Visiting Scholar am Boston College
    2011 Promotion zum Doktor der Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München
    2012 - 2015 Habilitationsstudien in München
    2015 Habilitation und Erteilung der Lehrbefähigung für Dogmatik und Ökumenische Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München
    Beruflicher Werdegang
    2011 - 2017 Dozent für Theologische Propädeutik und Theologiegeschichte am Ambrosianum Tübingen
    2012 - 2016 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ökumenischen Forschungsinstitut der Ludwig-Maximilians-Universität München
    2012 - 2016 Visiting Professor for Systematic Theology am Saint John's Seminary in Boston
    2016 - 2017 Lehrstuhlvertreter für Dogmatik und Theologische Propädeutik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
    2016 Ruf auf den W-3-Lehrstuhl für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster - angenommen
    2017 Ruf auf den W-3-Lehrstuhl für Dogmatik an der Theologischen Fakultät Paderborn - abgelehnt
    Kirchlicher Werdegang
    2012 Diakonenweihe
    2013 Priesterweihe
    Wissenschaftspreise
    2011 Kardinal-Wetter-Preis der Katholischen Akademie in Bayern "für herausragende theologische Dissertations- und Habilitationsarbeiten"
    2016 Karl-Rahner-Preis für theologische Forschung der Universität Innsbruck und der Karl-Rahner-Stiftung
    2017 Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

  • Forschungsinteressen

    • Rationalisierungsschübe in theologischen Diskursen, vor allem im Kontext der Aufklärung des 18. Jahrhunderts
    • Fragmentierte Religion in der (Post-)Moderne
    • Stabilität und Dynamik religiöser Menschenbilder
    • Religion als transzendente Zweitwertung und ihre politischen Folgen
    • Theorien dogmatischer Entwicklung

  • Publikationen

    Monografien

    • Theologie aus anthropologischer Ansicht. Der Entwurf Franz Oberthürs (1745-1831) als Beitrag zum dogmatischen Profil der Katholischen Aufklärung (Innsbrucker Theologische Studien 93), Innsbruck-Wien-New York: Verlag Tyrolia 2016.
    • Verisimilitudo. Die epistemologischen Voraussetzungen der Gotteslehre Peter Abaelards (Veröffentlichungen des Grabmann-Institutes zur Erforschung der mittelalterlichen Theologie und Philosophie 54), Berlin: Akademie-Verlag/De Gruyter 2012.

    Herausgeberschaft

    • Das Menschenbild der Konfessionen. Achillesferse der Ökumene?, Freiburg im Breisgau: Verlag Herder 2015 [herausgegeben gemeinsam mit Bertram Stubenrauch].

    Beiträge in Zeitschriften und Sammelbänden

    • Negative Referenzialität. Zum Verhältnis von Theologie und Naturwissenschaft, in: Freiburger Zeitschrift für Philosophie und Theologie 64 (2017), 111-127.
    • Altes, Neues, Ungewisses - und doch Erfüllendes? Gedanken zum Priestersein heute, in: Martin Fahrner, Andreas Rieg (Hg.), Priester werden - weltoffen, schwäbisch, katholisch. 200 Jahre Wilhelmsstift und Priesterseminar, Ostfildern 2017, 235-244.
    • Die Zukunft der Ökumene – anders oder gar nicht. Fünf Vorschläge anlässlich des Reformationsjubiläums, in: Stimmen der Zeit 235 (2017), 447-456.
    • Das Reformationsjubiläum 2017. Die Ökumene zwischen Krise und Erneuerung, in: Inspiration 43 (2/2017), 40-46.
    • Zur Debatte um die Zulassungsbedingungen zum Priesteramt: Zölibatäre Frauen weihen, in: Herder Korrespondenz 71 (6/2017), 49-51.
    • Homo absconditus? Zu Problematik und Potenzial des Wesensbegriffs in der theologischen Anthropologie, in: Zeitschrift für Katholische Theologie 139 (2017), 136-151.
    • Religion als Kontingenzbewältigung? Präzisierungen zu einem gängigen Topos in Auseinandersetzung mit Niklas Luhmann, Hermann Lübbe und Ernst Tugendhat, in: Jahrbuch für Religionsphilosophie 15 (2016), 152-179.
    • Was Islam bedeutet. Gläubige Muslime können Stützen der Demokratie sein – die Christen haben es auch geschafft, in: Süddeutsche Zeitung, 20.12.2016 (Nr. 294), 2.
    • Bekenntnistradition und konfessionelle Identität. Perspektiven zur Methodik des lutherisch-katholischen Dialogs, in: Theologie und Philosophie 91 (2016), 571-591.
    • Was ist Relativismus? Zu den Konturen eines theologischen Schreckgespensts, in: Internationale Katholische Zeitschrift „Communio“ 45 (2016), 493-508.
    • Der Mensch als Geschaffener und Gewordener. Herausforderungen und Risse einer christlichen Anthropologie in ökumenischer Verantwortung, in: Bertram Stubenrauch/Michael Seewald (Hg.), Das Menschenbild der Konfessionen. Achillesferse der Ökumene?, Freiburg im Breisgau: Verlag Herder 2015, 316-341.
    • Die Lehre vom Menschen: Achillesferse der Ökumene?, in: Bertram Stubenrauch/Michael Seewald (Hg.), Das Menschenbild der Konfessionen. Achillesferse der Ökumene?, Freiburg im Breisgau: Verlag Herder 2015, 12-15.
    • ‚As a Human to Humans’. The Second Vatican Council’s Understanding of ‘Self-Revelation’ in Context, in: Logos. A Journal of Catholic Thought and Culture 18 (2015), 15-33.
    • Die Postmoderne – aus der Sicht des Jahres 1914. Zum theologischen Kontext und der begriffsgeschichtlichen Relevanz einer Wortschöpfung von James Matthew Thompson, in: Münchener Theologische Zeitschrift 65 (2014), 229-252.
    • Das Zweite Vatikanische Konzil über Friedensstifter und Waffenträger, in: Kompass 10/2012, 5-7.
    • Grund und Methode. Das Zusammenwirken von göttlicher Selbsterschließung und menschlicher Erkenntniskraft im Denken Peter Abaelards (1079-1142), in: Zur Debatte 8/2011, 15-18.
    • Das „filioque“ – gedeutet als christologisches Axiom. Ein Versuch zur ökumenischen Verständigung ausgehend von Tertullians ‚Adversus Praxean‘, in: Münchener Theologische Zeitschrift 62 (2011), 303-328.
    • Freiheit – ein Modewort der Theologie? Systematische Klärungsversuche im Anschluss an Augustinus und Maximus Confessor, in: Internationale Katholische Zeitschrift „Communio“ 40 (2011), 381-395 [gemeinsam mit Bertram Stubenrauch].
    • Das Konzil und die Kirche. Zur Rezeption einer vielschichtigen Ekklesiologie, in: Internationale Katholische Zeitschrift „Communio“ 39 (2010), 600-616 [gemeinsam mit Bertram Stubenrauch].
    • Erkenntnis woher? Der Wandel von Autoritätsbezug und Philosophiebegriff in der Intellektlehre Sigers von Brabant, in: Theologie und Philosophie 85 (2010), 481-500.

    Rezensionen

    • Johann Sebastian Drey, Revision des gegenwärtigen Zustandes der Theologie. Ideen zur Geschichte des Katholischen Dogmensystems. Vom Geist und Wesen des Katholizismus. Mit anderen frühen Schriften 1812-1819 sowie mit Dokumenten zur Gründungsgeschichte der Theologischen Quartalschrift. Mit textkritischen und sachbezogenen Apparaten, Verzeichnissen und Registern herausgegeben und mit Einleitungen versehen von Max Seckler. Editorisch bearbeitet von Winfried Werner (Johann Sebastian Drey, Nachgelassene Schriften 4), Tübingen: Francke Verlag 2015; rezensiert in: Zeitschrift für Kirchengeschichte 128 (2017), 131-133.
    • Alberto Bonchino/Albert Franz (Hg.), Aufklärung und Romantik als Herausforderung für katholisches Denken (Baaderiana 3), Paderborn: Ferdinand Schöningh 2015; rezensiert in: Theologische Revue 113 (2017), 56-58.
    • Reformation 1517-2017: Ökumenische Perspektiven. Für den Ökumenischen Arbeitskreis evangelischer und katholischen Theologen herausgegeben von Dorothea Sattler und Volker Leppin (Dialog der Kirchen 16), Freiburg im Breisgau: Verlag Herder/Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 2014; rezensiert in: Zeitschrift für Kirchengeschichte 127 (2016), 267f.
    • Jörg Lauster, Die Verzauberung der Welt. Eine Kulturgeschichte des Christentums, München: C. H. Beck 22015; rezensiert in: Münchener Theologische Zeitschrift 67 (2016), 169-171.
    • Babette S. Hellemans, Rethinking Abelard. A Collection of Critical Essays (Brill’s Studies in Intellectual History 229), Leiden: Brill 2014; rezensiert in: Theologie und Philosophie 91 (2016), 433-434.
    • Thomas Marschler/Thomas Schärtl, Dogmatik heute. Bestandsaufnahmen und Perspektiven, Regensburg: Verlag Friedrich Pustet 2014; rezensiert in: Zeitschrift für Katholische Theologie 137 (2015), 240-242.
    • Christian Danz, Grundprobleme der Christologie (UTB 3911), Tübingen: Mohr Siebeck 2013; rezensiert in: Münchener Theologische Zeitschrift 66 (2015), 91-93.
    • Trine Stauning Willert/Lina Molokotos-Liederman (Hg.), Innovation in the Orthodox Christian Tradition? The Question of Change in Greek Orthodox Thought and Practice, Farnham: Ashgate 2012; rezensiert in: Münchener Theologische Zeitschrift 66 (2015), 89-91.
    • Albrecht Beutel, Johann Joachim Spalding. Meistertheologe im Zeitalter der Aufklärung, Tübingen: Mohr Siebeck 2014; rezensiert in: Zeitschrift für Katholische Theologie 136 (2014), 479-482.
    • John Bequette, Rhetoric in the Monastic Tradition. A Textual Study, New York: Peter Lang 2012; rezensiert in: Zeitschrift für Katholische Theologie 136 (2014), 347-350.
    • Paul Dominikus Hellmeier, Anima et intellectus. Albertus Magnus und Thomas von Aquin über Seele und Intellekt des Menschen (Beiträge zur Geschichte der Philosophie und Theologie des Mittelalters; Neue Folge 75), Münster: Aschendorff Verlag 2011; rezensiert in: Freiburger Zeitschrift für Philosophie und Theologie 60 (2013), 468-470.

  • Lehrveranstaltungen

    WS 2017/18

    Basismodul-Vorlesung: Einführung in die Systematische Theologie

    Die Systematische Theologie fragt nach den Voraussetzungen (Fundamentaltheologie), der Gestalt (Dogmatik) und den Folgen (Ethik) christlicher Glaubensüberzeugungen. Die Vorlesung führt in die Grundprobleme dieses Fächerkonglomerats ein.

    Basismodul-Vorlesung: Anthropologische Grundlagen der Dogmatik

    Wenn der Mensch über Gott spricht, spricht er auch – vielleicht sogar vor allem – über sich selbst. Daher kann die Reflexivwerdung des Glaubens, der sich die Theologie zu widmen hat, ohne eine explizite Anthropologie nicht gelingen. Die Vorlesung stellt Grundprobleme und einige bedeutende Ansätze der theologischen Anthropologie vor.

    Hauptseminar: Alles relativ? Der so genannte Relativismus als Herausforderung theologischen Denkens

    Der Relativismus, so ist bei Joseph Ratzinger zu lesen, sei "zum zentralen Problem für den Glauben in unserer Stunde geworden". Was heißt das? Kann man das auch anders sehen, ohne gleich – wieder eine Warnung Ratzingers – einer "Diktatur des Relativismus" zu verfallen? Wie verhält sich ein weit verbreiteter epistemischer Relativismus, der dem Glauben seine Wahrheitsansprüche abspricht, zu einem vor allem im Kontext der Naturwissenschaften zur Geltung kommenden epistemischen Absolutismus, der Religionen ebenfalls die Luft zum Atmen nimmt? Das Seminar, das in eine Akademietagung samt Vor- und Nachbereitung eingebettet ist, geht den erkenntnistheoretischen, theologischen und sozialen Dimensionen des Relativismus nach.

    Oberseminar: Quaestiones disputatae

    Außerhalb der Modulstruktur.
    Das Oberseminar bietet Doktoranden und Habilitanden die Möglichkeit, ihre Forschungsarbeiten vorzustellen und kritisch darüber ins Gespräch zu kommen. Studierende, die kurz vor ihrem Abschluss (im Magister Theologiae, Master- oder einem vergleichbaren Studiengang) stehen, können auf Anfrage teilnehmen.

    Kolloquium: Theologisches Kolloquium

    Außerhalb der Modulstruktur.
    Das Kolloquium bietet die Möglichkeit, die Themen der beiden Vorlesungen "Einführung in die Systematische Theologie" und "Anthropologische Grundlagen der Dogmatik" zu vertiefen.

    SS 2017

    Hauptseminar: Der flüchtige Mensch. Die zeitgenössische Anthropologiekritik als Herausforderung der dogmatischen Theologie

    Das 20. Jahrhundert war von einer Revitalisierung, zugleich aber von einer tiefgreifenden Kritik an der Anthropologie geprägt. Wie eng beides zusammenhängt, zeigt sich am Denken Helmuth Plessners. Sein 1928 erschienenes Werk über "Die Stufen des Organischen und der Mensch" gilt einerseits als Initialzündung der neueren philosophischen Anthropologie; andererseits ging Plessner davon aus, dass man vom Menschen nur als "homo absconditus" sprechen könne, weil das Wesen des Menschen – wie dasjenige Gottes, des "Deus absconditus" – verborgen bleibe. Die katholische Theologie hat diese der Anthropologie innewohnende Anthropologiekritik lange ignoriert und stattdessen versucht, ihre eigene Naturrechtstradition mit der Suche nach dem Wesen des Menschen zu verbinden. Das Seminar stellt einige philosophische und theologische Entwürfe der gegenwärtigen Anthropologiekritik vor und fragt nach den Herausforderungen, die sich daraus für die dogmatische Theologie ergeben: Wie kann heute verantwortet von einem Wesen des Menschen gesprochen werden?

    Hauptseminar: Weltbezug und Gegenwelt. Dogmatische Analysen zu den Problemfeldern Radikalisierung, religiöser Extremismus und Gewalt

    Religion hat viele Erscheinungsformen – konstruktive und destruktive. Gläubige verausgaben sich im Dienst für andere, weil sie eine Brille aufsetzen können, die sie in Fremden ihre Geschwister sehen lässt. Religiöse Menschen töten aber auch, wenn sie sich eine Weltdeutung aneignen, die in Ungläubigen Feinde erkennt. Diese Ambivalenz der Religion (auch des Christentums) zu analysieren, ist nicht nur Aufgabe der Sozialwissenschaften, sondern ebenso der Dogmatik. Die Dogmatik hat es mit den ideengeschichtlichen und lehrhaften Strukturen der Religion zu tun. Diese bedenkt sie nicht im luftleeren Raum, sondern stets im Angesicht zeitgenössischer Herausforderungen. Ausgehend von der These Peter L. Bergers, dass Religionen in der Moderne unter einem "heretical imperative" stehen, sucht das Seminar nach dogmatischen Strukturbedingungen des Phänomens "Religion", die Radikalisierung, Extremismus und Gewalt begünstigen. Natürlich ist auch zu fragen: Welche dogmatischen Strukturen könnten das friedfertige Potenzial fördern und das destruktive Moment der Religion minimieren?

    WS 2016/17

    Basismodul-Vorlesung: Anthropologische Grundlagen der Dogmatik

    Wenn der Mensch über Gott spricht, spricht er auch – vielleicht sogar vor allem – über sich selbst. Daher kann die Reflexivwerdung des Glaubens, der sich die Theologie zu widmen hat, ohne eine explizite Anthropologie nicht gelingen. Die Vorlesung stellt Grundprobleme und einige bedeutende Ansätze der theologischen Anthropologie vor.