History

Stiftung mit Geschichte
Die Hermann Kunst-Stiftung zur Förderung der neutestamentlichen Textforschung wurde im Jahr 1964 unter dem Namen „Stiftung zur neutestamentlichen Textforschung“ gegründet. Seit 1978 trägt sie den Namen ihres Stifters, Bischof D. Dr. Hermann Kunst D.D. (1907-1999). Der Theologe und Kirchenpolitiker engagierte sich über Jahrzehnte hinweg für die wissenschaftliche Erforschung des griechischen Neuen Testaments. Hermann Kunst wurde zu einer prägenden Persönlichkeit für die Textkritik. Als ersten Vorsitzenden des Kuratoriums konnte Bischof Hermann Kunst Bundeskanzler Ludwig Erhardt gewinnen. Nach dessen Tod 1977 übernahm der damalige Bundespräsident Walter Scheel diese Position. Seine Nachfolger waren die Bundespräsidenten Walter Scheel, Roman Herzog, Horst Köhler und Frank-Walter Steinmeier.
Handschriften, Forschung, Reisen
Schon in den ersten Jahren förderte die Stiftung entscheidende Schritte für die Entwicklung der neutestamentlichen Textforschung in Deutschland. Mit Unterstützung der Stiftung konnten die ersten griechischen Handschriften zu Forschungszwecken für das INTF erworben werden. Es folgten umfangreiche Forschungsreisen zu bedeutenden Handschriftenstandorten, wie etwa Klöster und Bibliotheken in Griechenland, der Türkei und auf Zypern. So entstand die Basis für die weitere textkritische Arbeit, die bis heute internationale Standards setzt.
Digitale Pionierarbeit
Die Stiftung unterstütze frühzeitig die digitale Transformation in den Geisteswissenschaften. Bereits ab 1970 wurde am INTF mit Computern und speziell entwickelten Programmen gearbeitet. Die Digitalisierung der Forschungsprozesse umfasste schon damals die Auswertung von Varianten neutestamentlicher Handschriften bis hin zur Entwicklung von datenbasierten Analysemodellen. Diese frühe Digitalisierung bildet eine der Grundlagen für spätere Großprojekte wie die Entwicklung der Coherence-Based Genealogical Method (CBGM) und den Aufbau des New Testament Virtual Manuscript Room (NTVMR).
