Mercator-Fellows

Die Forschungsgruppe arbeitet intensiv und langfristig mit Wissenschaftler*innen aus dem Ausland zusammen. Als Mercator Fellows arbeiten sie teils auch in Münster. Sie sind aber auch jenseits ihres Aufenthalts vor Ort eng mit dem Projekt verbunden.

Folgende Wissenschafter*innen begleiten unser Projekt als Mercator Fellows: 

  • Biografie

    Leonardo Battista ist Tenure-Track-Assistenzprofessor für Arbeitsrecht an der Alma Mater Studiorum – Universität Bologna, wo er dem Department of Sociology and Business Law angehört. Derzeit ist er Managing Editor des Italian Labour Law e-Journal. Forschungsaufenthalte führten ihn als Gastwissenschaftler an die Universität Lund, die Universität Córdoba und die Universität Münster.

    Er ist Autor der Monographien "Il lavoro autonomo nel diritto dell'Unione europea" (Cacucci Editore, 2024) und "Il lavoro sommerso e il ruolo dell'Autorità europea del lavoro" (Cacucci Editore, Bari, 2022), die beide auf Italienisch erschienen sind. Seit März 2024 gehört er nach einem wettbewerbsorientierten Auswahlverfahren im Rahmen des „Call for Experts“ dem Expertenpool der Europäischen Arbeitsbehörde (ELA) im Bereich Kapazitätsaufbau (Capacity Building) an.

    Er wurde mit dem Marco-Biagi-Preis für die beste Dissertation im Bereich Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen ausgezeichnet, der gemeinsam vom italienischen Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik und ADAPT (Association for International and Comparative Studies on Labour Law and Industrial Relations) vergeben wird.

    Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Entwicklung des EU-Arbeitsrechts als Reaktion auf den Wandel der Arbeitswelt, mit besonderem Fokus auf die Auswirkungen des algorithmischen Managements und das zunehmende Regulierungsengagement der Europäischen Union in diesem Bereich. Darüber hinaus untersucht er die Rolle von Gewerkschaften bei der Wahrung von Arbeitnehmergrundrechten durch Informations- und Konsultationsrechte, Kollektivverhandlungen sowie die Förderung der gerichtlichen und administrativen Durchsetzung.

    Im Rahmen des Projekts wird diese Forschung vertieft durch eine Analyse der Rolle von Gewerkschaften bei der Identifizierung und Anfechtung algorithmischer Diskriminierung, der Erleichterung des Zugangs zur Justiz für Arbeitnehmende und der Sicherstellung, dass der Einsatz von KI-Systemen am Arbeitsplatz dem Arbeitsrecht, dem Antidiskriminierungsrecht sowie Grundrechtsstandards entspricht.

  • Publikationen

    • Battista, Leonardo, Il lavoro autonomo nel diritto dell'Unione europea, Bari, Cacucci Editore, 2024, pp. 210.
    • Battista, Leonardo, Il lavoro sommerso e il ruolo dell'Autorità europea del lavoro, Bari, Cacucci Editore, 2022, pp. 242.
    • Battista, Leonardo, Strengthening Labour Mobility in the EU: A Critical Assessment of the Fair Labour Mobility Package, «Italian Labour Law e-Journal», 2026, vol. 19, pp. 41-60.
    • Battista, Leonardo, Accesso alla contrattazione collettiva per i lavoratori autonomi, diritto della concorrenza e piattaforme digitali: verso un parziale superamento degli ostacoli anticoncorrenziali euro-unitari?, in F. Lunardon, E. Menegatti (eds.), I nuovi confini del lavoro: la trasformazione digitale, Bologna, Italian Labour Law e-Series, 2024, pp. 17-34.
    • Battista, Leonardo, Condotta antisindacale e piattaforme digitali: un'altra tappa verso la subordinazione dei ciclofattorini, «ADL. Argomenti di Diritto del Lavoro», 2024, no. 1, pp. 161-183.
    • Battista, Leonardo, I lavoratori delle piattaforme digitali tra diritto, tecnologia e giustizia, «ADL. Argomenti di Diritto del Lavoro», 2021, no. 6, pp. 1455-1475.
    • Battista, Leonardo, The European Framework Agreement on Digitalisation: A Tough Coexistence within the EU Mosaic of Actions, «Italian Labour Law e-Journal», 2021, vol. 14, pp. 105-121.
    • Battista, Leonardo, L'evoluzione del concetto di lavoratore nel diritto dell'Unione europea, «ADL. Argomenti di Diritto del Lavoro», 2021, no. 3, pp. 624-642.
    • Battista, Leonardo, Social Security for Self-Employed Workers: Between Universalism and Selectivity, «Europäische Zeitschrift für Arbeitsrecht», 2021, no. 4, pp. 383-405.
    • Battista, Leonardo, In-Work Poverty in Europe: An Analysis of the Measures to Cope with the Phenomenon, «Europäische Zeitschrift für Arbeitsrecht», 2020, no. 1, pp. 3-18.
  • Forschungsfrage innerhalb des Teilprojekts 2 

    In den vergangenen Jahren hat der EU-Gesetzgeber drei Rechtsakte verabschiedet, die sein Engagement im Bereich der Lohnfindung deutlich ausweiten: die Richtlinie über angemessene Mindestlöhne, die Entgelttransparenzrichtlinie und die Plattformarbeitsrichtlinie. Diese Instrumente fördern die Tarifbindung sowie individuelle und kollektive Informationsrechte.

    Das EU-Nichtdiskriminierungsrecht ist traditionell auf die einzelne Arbeitskraft und eine konkrete Vergleichsperson ausgerichtet, während Tarifverhandlungen und die Informationsrechte von Arbeitnehmervertretungen für die Belegschaft als Kollektiv greifen. Dabei handelt es sich um zwei strukturell unterschiedliche Schutzmodelle, die in der gegenwärtigen Entgeltregulierung weitgehend getrennt voneinander behandelt werden. Aus der Perspektive eines materiellen Gleichheitsverständnisses lässt sich kollektive Teilhabe jedoch als eine der konstitutiven Dimensionen von Gleichheit begreifen. Dies wirft die Frage auf, was echte Teilhabe konkret erfordert, sobald Vergütungen nicht mehr im herkömmlichen Sinne verhandelt oder eingruppiert, sondern durch Algorithmen festgelegt werden.

    Am Fallbeispiel der algorithmischen Entgeltfindung – einem Entgeltsystem, dessen individualisierte und sich dynamisch verändernde Ergebnisse zu volatil sind, um durch klassische Entgeltgitter oder herkömmliche vergleichspersonenbasierte Diskriminierungsklagen erfasst zu werden – untersucht das Projekt, wie die individualisierten und kollektiven Dimensionen von Lohngerechtigkeit sinnvoll miteinander verknüpft werden können, anstatt sie als getrennte oder gar konkurrierende Aufgaben zu behandeln.

  • Biografie

    Johannes Warter ist Universitätsassistent (post-doc) an der Universität Salzburg, wo er dem Fachbereich Arbeits- und Wirtschaftsrecht angehört.

    Er ist Autor der Monografien „Crowdwork“ (ÖGB Verlag, 2017) und „Gesundheits-Apps in der österreichischen Sozialversicherung“ (Manz Verlag, 2024).

    Er wurde mit dem ersten Platz beim Wissenschaftspreis Arbeitsrecht der österreichischen Arbeiterkammer ausgezeichnet und erhielt ein Johann-Böhm-Stipendium des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. Zudem wurde ihm der „Excellence in Teaching Award“ der Universität Salzburg sowie der Anerkennungspreis des Staatspreises für exzellente Lehre „Ars Docendi“ durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung verliehen.

    Seine Forschung konzentriert sich auf die Schnittstelle von Digitalisierung, Arbeitsrecht und Sozialrecht, insbesondere auf die rechtliche Einordnung von algorithmischem Management und automatisierter Entscheidungsfindung in Arbeitsverhältnissen.

    Er bringt diesen Forschungsschwerpunkt in das Projekt ein und untersucht dabei insbesondere, inwieweit die DSGVO, die Richtlinie über Plattformarbeit und der AI Act (KI-Verordnung) Personen, die von automatisierten Entscheidungen betroffen sind, wirksam schützen.

    Sein Publikationsverzeichnis finden Sie hier.