"Sie sind religiös sprachunfähig!" - Zur Fachsprachlichkeit des Christentums

Theresa Kohlmeyer

Abstract


Für das Christentum wird in den letzten Jahrzehnten immer wieder eine Sprachkrise festgestellt und
einer entsprechenden Sprachunfähigkeitsdiagnose auf den unterschiedlichen Ebenen vorgeworfen.
Die Sprache des Christentums entferne sich immer weiter von den Erfahrungen der Menschen. Daher
sollen Kinder und Jugendliche, aber auch die Kirche, lernen, religiöse Erfahrungen in der Alltagssprache
auszudrücken. Dieser Beitrag wird die Sprache des Christentums als Fachsprache definieren. Damit
kann einerseits die Diagnose vertieft werden: Den Menschen fehlen nicht nur die Erfahrungen, sie
teilen auch nicht mehr die christliche Wirklichkeitsperspektive, was für eine Fachsprache konstituierend
ist. Andererseits wird damit der Ansatz, religiöse Erfahrung in der Alltagssprache ausdrücken zu
wollen, ad absurdum geführt. Die christliche Sprache hat ihre Daseinsberechtigung unter der Prämisse
der geteilten Wirklichkeitsperspektive.
Over the last decades, Christianity has been repeatedly accused of having a language crisis and of an
inability to speak. The Christian language moved away from the experiences of humans of our time.
Therefore, children and church should learn to express their religious experiences in an everyday language.
This article defines the Christian language as a jargon or technical terminology. One the one
hand, the diagnosis can be deepened by this: we can conclude that it is not only the experiences that
are lost, but people also do not share the Christian perspective on reality anymore, which constitutes
a jargon. One the other hand, this understanding reduces the idea of expressing religious experiences
in everyday language to absurdity. Christian language takes its reasons for being from the premise of a
shared perspective of reality.

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