Multimedia Praktikum  Bildgewinnung und Bilddarstellung 

Wir drehen einen Film

Wie bei der digitalen Kamera werden Sie auch bei der Sony Handycam im Praktikum die Originalgebrauchsanweisung zur Verfügung haben. Die Anzahl der Einstellknöpfe und der Einstellrädchen ist noch wesentlich größer als bei der Canon Powershot. Sie sind rund um den Kamerakörper verteilt. Die wichtigsten werden im Folgenden besprochen.

Die Vorderseite

Auf der Vorderseite befinden sich keine Bedienungselemente. Das Objektiv ist bei Nichtgebrauch der Kamera mit einem Objektivdeckel verschlossen, der vor dem Einschalten der Kamera entfernt werden muss.

Die Rückseite

Die Rückseite wird von dem Einblicksucher und dem Akkumulator beherrscht. Hier befindet sich aber auch der Hauptschalter, über den die Kamera ein- und ausgeschaltet wird. Er wird in der Seitenansicht erläutert. Ist die Kamera eingeschaltet, so kann durch Betätigen des Auslösers die Aufzeichnung des Films begonnen werden. Wird der Auslöser ein weiteres Mal betätigt, so wird die Aufzeichnung beendet.

 

Auf der Rückseite befindet sich auch der Knopf, mit dem der große Monitor entriegelt wird, wenn man ihn ausklappen möchte.

Die rechte Seite

  

 

Auf der rechten Seite befindet sich der ausklappbare Monitor. Auf dem Bild ist er im verriegelten Zustand zu sehen. Die vorherige Lektion enthält auch ein Bild im ausgeklappten Zustand. In den Deckel des Monitors ist eine Anzeige eingelassen. Sie zeigt den Füllstand des Akkus und die bisherige Aufnahmezeit an.

 

 

Direkt vor dem Objektiv ist über einen Schiebeschalter die Art der Fokussierung einzustellen. Natürlich verfügt die Kamera über eine automatische Scharfstellung. Dies ist die Standardart. Sie ist auch in nebenstehender Abbildung eingestellt. Man kann jedoch auch eine manuelle Fokussierung wählen. In diesem Fall wird die Scharfstellung mit Hilfe des großen Monitors kontrolliert. Der geriffelte Ring hinter dem Objektiv ist der Fokussierring.

Die linke Seite

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dieser Seite befindet sich der Hauptschalter. Er besitzt vier Stellungen:

Zum Verstellen des Schalters muss er mit der grünen Taste entriegelt werden. 

 

Auf dem obigen Bild rechts sind die durch eine Abdeckung geschützten Ein- und Ausgänge der Kamera zu sehen. Die Abdeckung ist aufgeklappt gezeigt. Für den Ladekabeleingang gibt es ein spezielles Kabel für ein Sony-Netzteil. Wird es appliziert, so wird der Akkumulator aufgeladen. In die Buchse für den  Fire-Wire-Ausgang passt ein nach IEEE 1394 genormter Stecker. Über ein entsprechende Kabel wird die Kamera mit dem PC verbunden.

 

Unter einer Abdeckung befindet sich der Memory Stick. Wir werden ihn nicht benutzen.

Die Oberseite

Auf der rechten Seite der Oberseite ist die Einstellung für die motorische Brennweitenveränderung angebracht. Der Schalter ist als selbst rückstellende Wippe ausgeführt. Er kann nach rechts und links bewegt werden, aber immer, wenn er los gelassen wird, federt er selbständig in seine Mittelstellung zurück. Wird die Wippe nach links geschoben, so wird in den Weitwinkelbereich hinein gezoomt. Durch ein Bewegen nach rechts wird der Telebereich erreicht.

 

Wenn der Hauptschalter in die Stellung VCR gelegt wird, so erscheint auf der Oberseite ein leuchtendes Video-Recorder-Bedienteil. Dieser Teil der Kamera ist als Folientastatur ausgelegt. Mit den Tasten kann man den auf dem Display abgespielten Film beenden, zurückspulen, abspielen, vorspulen und anhalten.

Die Unterseite

Über die Unterseite wird die Filmkassette eingelegt. Hier ist auch ein Standardstativgewinde zu finden.

Aufnahme eines Films

Um einen Film aufzunehmen, gehen wir nach dem folgenden Muster vor.

  1. Die Kamera wird auf ein Stativ geschraubt. Lassen Sie sich nicht blenden von der coolen Bedienung solcher Kameras aus der Hand in der Werbung und in gewissen Road Movies. Vernünftige Filme erhält man so nicht.
  2. Die Kappe der Kamera wird entfernt. Der Monitor wird entriegelt und aufgeklappt. Drehen Sie ihn so, dass Sie ihn möglichst blendfrei betrachten können.
  3. Drehen Sie den Hauptschalter in die Stellung CAMERA. Suchen Sie ihr Motiv aus. Wählen Sie die Anfangsbrennweite.
  4. Soll der Film beginnen, so betätigen Sie den Auslöser. In den Monitor wird das grüne  Kürzel REC eingeblendet.
  5. Ändern Sie gegebenenfalls die Aufnahmerichtung der Kamera mit dem Panoramakopf des Stativs. Vermeiden Sie nach Möglichkeit ruckartige Schwenks. Wenn Sie die Brennweite ändern möchten, betätigen Sie die Wippe. Die motorische Steuerung sorgt für geschmeidige Zoom-Bewegungen. Achten Sie aber darauf, dass die Zoom-Geschwindigkeit nicht zu schnell wird. Üben Sie dies vorher.
  6. Wenn Sie alles gefilmt haben, betätigen Sie wieder den Auslöser. Die Aufzeichnung wird beendet. Im Monitor erscheint das grüne Kürzel  STBY.
  7. Legen Sie den Hauptschalter in die Stellung OFF. Die Kamera ist abgeschaltet. Klappen Sie den Monitor ein. Setzen Sie wieder die Objektivkappe auf.

Abspielen eines Films

Sie können direkt mit der Kamera den gerade aufgenommen Film überprüfen.

  1. Entriegeln Sie den Monitor und klappen Sie ihn aus.
  2. Legen Sie den Hauptschalter in die Stellung VCR. Auf der Oberseite der Kamera leuchtet eine Video-Recorder-Bedienung auf.
  3. Spulen Sie das Band zurück ().
  4. Starten Sie den Film (). Auf dem Monitor erscheint der gerade aufgenommene Film.
  5. Ist der Film abgespielt, halten Sie das Band an ().
  6. Legen Sie den Hauptschalter in die Stellung OFF. Klappen Sie den Monitor ein.

IEEE 1394 Kabel

 

Eingänge am PC

Übertragen des Films zum PC

Um den mit der Handycam aufgenommenen Film zum PC zu übertragen, wird ein genormtes Kabel nach IEEE 1394 benötigt. Der kleinere Stecker wird in die  Buchse an der Kamera gesteckt. Der größere ist für den Fire-Wire-Eingang am PC gedacht.

 

Sind Kamera und PC verbunden, so kann der Hauptschalter an der Kamera auf VCR gestellt werden. Das PlugAndPlay System des Rechners erkennt die Kamera und zeigt sie im Explorer als   an.

 

Zur Übertragung des Films benötigt man ein speziell für diesen Zweck vorgesehenes Programm. Der zum Betriebssystem gehörende Windows Movie Maker ist z.B. hierfür geeeignet. Wir werden das Programm MyDVD der Firma Sonic benutzen. Es wandelt während der Übertragung in Echtzeit den Film in das MPEG2-Format für DVDs um. Dieser MPEG-Film ist nach der Übertragung im Dateisystem abgelegt.

Erzeugen einer DVD

Die DVD-Spezifikation ist nicht öffentlich frei gegeben, sondern muss für einen 6-stelligen Dollar-Betrag erworben werden. Eine Firma, die solch eine Lizenz erwirbt, darf ihr Wissen nur für ihre eigenen Geräte bzw. Programme nutzen. Veröffentlichen darf sie die Spezifikation nicht.

 

Das Programm MyDVD ist so entstanden. Es gestattet es, eine DVD mit Filmen, Bildern und Menüs aufzubereiten und auf einen DVD-Rohling zu schreiben. DVD-Rohlinge für Filme werden zur Zeit in zwei miteinander konkurrierenden Varianten auf dem Markt angeboten: DVD-R und DVD+R. Sie sind untereinander nicht kompatibel. Das Endergebnis ist zwar immer über einen normalen DVD-Player abzuspielen, die Brenner für die Rohlinge können jedoch immer nur eine Art von Rohlingen beschreiben.

 

 

Neben Unterschieden im Reflexionsverhalten und im Schichtenaufbau unterscheiden die beiden Formate sich vor allem in der Art des realisierten Kopierschutzes. Ein als sehr wichtig eingestuftes Ziel bei der Entwicklung von DVD-Brennern war es, die Möglichkeit des 1-zu-1-Kopierens von kommerziellen DVDs zu unterbinden. Eines der Mittel hierzu ist der so genannte CSS-Ring (Content Scramblig System). Er ist eine innere Spur, die auf jeder kommerziellen DVD vorhanden ist. Hier sind Informationen untergebracht, ohne die ein DVD-Player die Daten auf der DVD nicht abspielen kann.

 

Bei den DVD-R-Rohlingen wird diese Spur bei der Herstellung bereits beschrieben und kann nachträglich nicht mehr verändert werden. So kann man eine kommerzielle DVD zwar 1-zu-1 überspielen. Der Inhalt des CSS-Rings wird aber nicht übertragen, und der Film ist dadurch anschließend nicht abspielbar.

 

DVD+R-Rohlinge haben diese vorbeschriebene CSS-Spur nicht. Hier wird das Kopieren durch die FirmWare (das Betriebssystem) der DVD-Plus-Brenner verhindert. Hier wird also Herrschaftswissen genutzt. Lange hat so etwas noch nie gehalten. Andererseits sind die DVD+R-Rohlinge kostenkünstiger herzustellen, da das Aufbringen der CSS-Spur entfällt.

 

Für Filme, die wir selbst erstellen, ist dieser CSS-Schutz unerheblich. Wir werden mit Hilfe des Programms MyDVD eine DVD erzeugen und sie auf einen DVD-Rohling brennen.