Was ist TeX? – Grundlegendes zu TeX und LaTeX

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Woher TeX stammt
Was TeX leistet
Wofür noch LaTeX?
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Woher TeX stammt

TeX (sprich: "Tech") ist ein Satzprogramm, das von Professor Donald E. Knuth an der Stanford University entwickelt wurde. Die erste Version wurde Ende der 70er-Jahre veröffentlicht. Auf Grund seiner großen Leistungsfähigkeit, der hohen Satzqualität und seiner freien Verfügbarkeit (es müssen keine Lizenzgebühren gezahlt werden) hatte sich TeX schon in den 80er-Jahren über die ganz Welt verbreitet.

TeX wird wegen seines hervorragenden Formelsatztes in großem Umfang für Publikationen in naturwissenschaftlichen Einrichtungen eingesetzt, findet aber auf Grund seiner hohen Anpassungsfähigkeit an (auch exotische) Sprachen bzw. Schriften und an komplizierte satztechnische Anforderungen (wie z. B. in kritischen Editionen) auch zunehmend in anderen, meist wissenschaftlichen, Bereichen Verwendung.

Was TeX leistet

Das Programm TeX ist auf das Setzen von Texten spezialisiert. Im Unterschied zu Textverarbeitungsprogrammen können mit TeX keine Texte erfasst, korrigiert und am Bildschirm dargestellt werden. Für diese Aufgaben werden separate Programme benötigt, die aber zum Lieferumfang eines kompletten TeX-Systems gehören. Ein modernes TeX-System besteht inzwischen aus einer Vielzahl von Komponenten, die dem Anwender die unterschiedlichsten Funktionalitäten - von der Vereinfachung komplizierten Tabellen- und Formelsatzes bis zur Aufbereitung der Texte als html- oder pdf-Dateien - zur Verfügung stellen. Das Programm TeX ist nur ein kleiner aber zentraler Bestandteil des Gesamtsystems.

TeX erreicht eine hohe Satzqualität, indem es u. a. beim Randausgleich eines Absatzes nicht wie sonst üblich jede Zeile für sich bearbeitet, sondern alle Zeilen eines Absatzes gemeinsam während des Ausgleichens aufeinander abstimmt. TeX versucht den Abstand zwischen allen Wörtern eines Absatzes möglichst gleichmäßig zu gestalten und mit nur wenigen Trennungen auszukommen.

Mathematische Formeln werden so gesetzt, wie sie Mathematiker in gutem Buchsatz gewohnt sind.

TeX besitzt eine hochentwickelte Makrosprache, die die "Programmierung" umfangreicher und leistungsfähiger Makropakete, wie z. B. LaTeX, ermöglicht.

TeX ist in hohem Maße portabel. Der Quellencode des gesamten Systems ist jedermann zugänglich und vorbildlich und umfassend dokumentiert. Für alle gebräuchlichen Rechnertypen und Betriebssysteme gibt es frei verfügbare Implementationen.

Die für TeX erfassten Texte sind ASCII-Texte. Sie können deshalb leicht zwischen verschiedenen Rechnertypen und Betriebssystemen ausgetauscht werden und liefern überall die gleichen Ergebnisse. Da diese Texte mit jedem (auch einfachem) Texteditor verarbeitet werden können, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie auch in Zukunft noch bearbeitet werden können. Texte und Makropakete die z. B. in den 80er-Jahren geschrieben wurden, können auch noch mit den heutigen TeX-Systemen verarbeitet werden

TeX erzeugt pdf-Dateien, in denen automatisch sowohl Bookmarks eingefügt als auch  Inhaltsverzeichnisse, Indizes und alle anderen Verweise mit Hyperlinks versehen werden.

Wofür noch LaTeX?

LaTeX ist ein TeX-Makropaket, das dem Anwender die Herstellung von Büchern, Reports, Artikeln und Briefen mit TeX sehr erleichtert.

Eine wesentliche Unterstützung erfährt der Autor dadurch, dass er sich beim Schreiben des Textes ganz auf den Inhalt und die logische Struktur seines Textes konzentrieren kann und sich nicht gleichzeitig darum kümmern muss, in welcher Form der Text nach der Formatierung erscheint.

So markiert er in seinem Text die verschiedenen Elemente wie Überschriften, Absätze, Fußnoten, Tabellen usw. ohne sich dabei Gedanken um Abstände zwischen Textabschnitten und Überschriften, Einrückungen, Schriftgrößen etc. machen zu müssen.

Erweiterungen von LaTeX ermöglichen darüber hinaus eine einfache Einbindung zusätzlicher Schriften, eine leichtere Eingabe von Tabellen, Diagrammen und Grafiken, die Erstellung von Vortragsfolien und komplexer Register sowie die Verwaltung und Einbindung bibliographischer Informationen.

Ein kleines LaTeX-Beispiel

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