Johannes Peschke

Betreuer: Prof. Oestmann


Titel der Dissertation:

Die Schuld im sächsisch-magdeburgischen Recht des Mittelalters


Kurzbeschreibung:

Das mittelalterliche sächsisch-magdeburgische Recht, zu einem großen Teil in Form von Gerichtsurteilen der Schöffenstühle und Aufzeichnungen von Privatleuten überliefert, rückt nach einem Rückgang der Forschung bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wieder vermehrt in den Fokus der rechtshistorischen Wissenschaft. Kaum behandelt wurde bisher das Schuldrecht, welches ausgehend von den Regelungen im Sachsenspiegel im Stadtrecht von großer Bedeutung ist. Streitigkeiten innerhalb der Verwandtschaft, aber vor allem solche aufgrund der Entwicklung des Handels in den Städten führen vermehrt zu Urteilen der Schöffen, die ein Schuldrecht unterschiedlichster Ausprägung zum Gegenstand haben.
Im Mittelpunkt der Arbeit steht der für das städtische Wirtschafts- und Rechtsleben relevante Begriff der Schuld. Es soll versucht werden, die Bedeutung und Entwicklung des Schuldbegriffs vom Sachsenspiegel über das Magdeburger Stadtrecht bis hin zu den im Schuldrecht großen Einflüssen des gelehrten Rechts zu erfassen. Gleichzeitig wird auf mit der Schuld eng verbundene Figuren wie das Gelöbnis und die Bürgschaft eingegangen. Ein Schwerpunkt liegt zudem auf dem Ausdruck der gesamten Hand, der sich in den Quellen meist dort findet, wo mehrere Personen gemeinsam für eine Schuld einstehen.