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Das Seminar widmet sich der Frage, wie Ernährungspraktiken ethisch beurteilt werden können – insbesondere dort, wo kulturelle Fremdheit, Ekel oder moralische Irritation eine Rolle spielen. Ausgangspunkt sind unter anderem Speisen und Essgewohnheiten, wie sie in sogenannten „Disgusting Food“-Ausstellungen präsentiert werden. Es soll gefragt werden, warum bestimmte Lebensmittel oder Praktiken als „ekelerregend“, „unnatürlich“ oder „unmoralisch“ wahrgenommen werden und welche Bedeutung solchen spontanen Gefühlen für ethische Urteile zukommt.
Im Seminar werden unterschiedliche ethische Zugänge zur Ernährung reflektiert. Themen sind unter anderem kulturelle Prägungen von Essgewohnheiten, Tierethik, Nachhaltigkeit und globale Ernährungsgerechtigkeit, Fragen der Identität und religiösen Symbolik von Nahrung sowie die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung. Ein besonderes Augenmerk gilt der Frage, wie sich der Übergang vom subjektiven Gefühl zum argumentativ begründeten ethischen Urteil vollzieht.
Das Seminar verbindet kulturwissenschaftliche, philosophische und theologisch-ethische Perspektiven und lädt dazu ein, vertraute Vorstellungen von „gutem“ und „schlechtem“ Essen kritisch zu hinterfragen. |