| Kommentar |
Im Dezember 2025 legte die 2020 von Papst Franziskus eingesetzte Theologenkommission ihren Abschlussbericht zur Möglichkeit einer Zulassung von Frauen zu Weiheämtern vor. Darin wird die historische Vielfalt weiblicher Ämter in der Kirche seit ihren Anfängen betont. Daraus leiten die Kommissionsmitglieder ab, dass eine zu große Diskrepanz zum männlichen Diakonenamt bestand, um aus der Tradition ein Argument für heute abzuleiten. Eine klare Ablehnung des Diakonats der Frau wurde jedoch auch nicht formuliert.
Das kirchenhistorische Hauptseminar möchte der genannten Vielfalt weiblicher Ämter über zwei Jahrtausende genauer nachgehen. Zentrale Fragen dabei sind: Welche kirchlichen Ämter gab es seit den ersten Jahrhunderten des Christentums? Gab es ein Amt, das dem Diakonat, wie es das Zweite Vatikanum in Lumen gentium 29 formuliert, nahekommt? Was waren konkrete Aufgaben von Frauen? Gab es einen Weiheritus? Wie kam das Thema auf die kirchliche Reformagenda seit Mitte des 20. Jahrhunderts? Anhand einschlägiger Quellentexte wird diesen Fragen nachgegangen. |
| Literatur |
- Regina Heyder/Gisela Muschiol (Hg.), Katholikinnen und das Zweite Vatikanische Konzil. Petitionen, Berichte, Fotografien, Münster 2018.
- Peter Hühnermann, Zum Streit über den Diakonat der Frau im gegenwärtigen Dialogprozess, in: Theologische Quartalschrift 192 (2012), S. 342-378.
- Gary Macy, The Hidden History of Women‘s Ordination. Female clergy in the Medieval West, New York 2008.
- Gary Macy, Die Bedeutung der Ordination im 1. Jahrtausend des Christentums, in: Theologische Quartalschrift 192 (2012), S. 329-341.
- Gerhard Ludwig Müller (Hg.), Der Empfänger des Weihesakraments. Quellen zur Lehre und Praxis der Kirche, nur Männern das Weihesakrament zu spenden, Würzburg 1999.
- Dietmar W. Winkler (Hg.), Diakonat der Frau. Befunde aus biblischer, patristischer, ostkirchlicher, liturgischer und systematisch-theologischer Perspektive, Wien 2010. |