| Kommentar |
Entgegen der Indienstnahme und 'Politisierung' des Begriffs für rezente Erscheinungsformen und Entwicklungen im staatsrechtlichen, philosophischen und theologischen Diskurs des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart versucht das Seminar einen wertfreien Umgang mit Politischer Theologie, aus historisch-kritischer Distanz und in konkreter Anwendung auf die germanischen Nachfolgereiche des Imperium Romanum im (lateinischen) Westen. Grundfaktoren wie Christianisierung, Verhältnis zwischen Germanen und Romanen, Verschriftlichung und Verrechtlichung etc. prägten nicht nur die Entwicklung dieser Reiche als solche, sondern zeichnen, je nach dem Grad ihrer Entwicklung, auch für Unterschiede zwischen den einzelnen Reichen verantwortlich. Gilt dies auch für die Politische Theologie? Und ist sie hier nur mehr oder weniger theoretische Reflexion zwischen geistlicher und weltlicher Sphäre, über die Bedeutung des Politischen in der Theologie und vice versa, oder hat sie ihren 'Sitz im Leben', konkret in der Gestaltung und Gewichtung des Verhältnisses von Kirche und 'Staat' in diesen Reichen?
Antworten auf solche Grundfragen und natürlich auf weitere spezielle Fragen in diesem Umfeld sollen mithilfe eingehender Quellenlektüre gefunden werden. Erkennbare Schwerpunkte werden hierbei das Westgotenreich von Toledo (507-711/725) sowie das Frankenreich der Merowinger (481/482-751) bilden, die für die Leitfrage einen breiten Quellenfundus bieten und in der einschlägigen Literatur gut erschlossen sind. |
| Literatur |
Zur Vorbereitung auf die Veranstaltung grundlegend: SUNTRUP, Aloys, Studien zur politischen Theologie im frühmittelalterlichen Okzident. Die Aussage konziliarer Texte des gallischen und iberischen Raumes (Spanische Forschungen der Görres-Gesellschaft 2. Reihe 36), Münster 2001. - Weitere und speziellere Literatur wird in den einführenden Sitzungen bekanntgegeben.
Gemeinsame Veranstaltung Theologie / Geschichte, geöffnet für Studierende der Fachbereiche 02 und 08. |
| Bemerkung |
Sektion B (Mittlere und Neuere Kirchengeschichte)
Unter „Studiengänge” in LSF erfahren Sie, für welche Studiengänge diese Veranstaltung geöffnet ist.
Übergreifende Veranstaltung für die Fächer Theologie und Geschichte. Im FB 02 zeichnet Prof. Dr. Dr. h.c. Wolf hauptverantwortlich, im FB 08 PD Dr. Bauer.
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