| Kommentar |
Auch Baudenkmale, deren historische Bedeutung zunächst Schwierigkeiten bereitet, benötigen Schutz. Bauten der Nachkriegsmoderne, Hinterlassenschaften von autoritären und totalitären Diktaturen oder veraltete Industrieanlagen sind für Denkmalpflege und Öffentlichkeit eine besondere Herausforderung. Denkmalschutz und Denkmalpflege, die sich ausschließlich dem Schönen und Harmonischen verpflichtet sehen, würden ein schiefes Geschichtsbild bewahren. Wir werden in diesem Praxisseminar bearbeiten, welche denkmalpflegerischen Anforderungen mit der Frage verbunden sind, was zum Kern unseres historisch-kulturellen Erbes gehört, und ob wir bereit sind für seine Bewahrung auch größere Anstrengungen in Kauf zu nehmen.
Leitungsnachweis: Kurzpräsentation 30 Min., Abgabe der Präsentation mit schriftlicher Zusammenfassung, regelmäßige Teilnahme/Mitarbeit |
| Literatur |
Einführende Literatur:
Norbert Huse: Unbequeme Baudenkmale. Entsorgen? Schützen? Pflegen? München1997
Will, Thomas mit Kommentaren von Hans-Rudolf Meier und Ingrid Scheurmann: Böse Zeichen. Denkmalpflege und Erinnerungspolitik. Nachgedanken zur Tagung. In: Umstrittene Denkmale. Der Umgang mit dem Erbe der Diktaturen (= Veröffentlichung des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V., Bd. 22), hg. v. Birgit Franz und Waltraud Kofler Engl, Holzminden 2013, S. 195-202
https://www.zdf.de/dokus/boese-bauten-128 |