| Literatur |
Primär:
Rheinberger, Hans-Jörg: Historische Epistemologie zur Einführung, Hamburg, 4. Aufl. 2022
Sekundär: Baumstark, Moritz und Robert Forkel: Historisierung. Begriff – Geschichte – Praxisfelder, Stuttgart 2016.
Chimisso, Cristina: „Historical Epistemology: A Broader and More Complex View“, in: Mark Sinclair und Daniel Whistler (Hg.): The Oxford Handbook of Modern French Philosophy, (Online Edition, Oxford Academic, 2024).
Daston, Lorraine: „Historical Epistemology“, in: AI Davidson und HD Harootunian (Hg.): Questions of Evidence: Proof, Practice, and Persuasion Across the Disciplines, Chicago 2024.
Rheinberger, Hans-Jörg: – Experimentalität: im Gespräch über Labor, Atelier und Archiv (Gespräche mit Rheinberger), Berlin 2018. – »Historische Epistemologie«, in: Sommer, Müller-Wille und Reinhardt (Hg.): Handbuch Wissenschaftsgeschichte, Stuttgart 2016. – On Historicizing Epistemology: An Essay, Stanford 2010. |
| Leistungsnachweis |
In den Allgemeinen Studien bestehen folgende LP-Erwerbsmöglichkeiten: 1.) Referat (ca. 30 min.): 3 LP, oder 2.) Essay (4-5 Seiten; entspricht 6.600-8.250 Zeichen): 3 LP, oder 3.) Mdl. Prüfung (ca. 20 Minuten): 3 LP
Im Wahlpflichtbereich W2 bestehen folgende LP-Erwerbsmöglichkeiten: 1.) Hausarbeit (10-15 Seiten, entspricht 16.500-24.750 Zeichen): 5 LP, oder 2.) 3 Essays (jeweils 4-5 Seiten; entspricht jeweils 6.600-8.250 Zeichen): 5 LP (bei Studienaufnahme mit oder nach dem WiSe 20/21 erhalten Sie für die angegebenen Leistungen 6 bzw. 8 LP)
Im Wahlpflichtbereich W3/W4 erhalten Sie 2 LP durch die aktive Teilnahme. |
| Lerninhalte |
Historische Epistemologie ist eine junge Disziplin, die Erkenntnistheorie mit Wissenschaftsgeschichte verbindet. Was selbstverständlich wirken kann, ist in der disziplinären, wissenschaftlichen Praxis gar nicht so einfach. Das vier¬tägige Blockseminar bietet eine kompakte Einführung in die historische Epistemologie anhand von Hans-Jörg Rheinbergers programmatischem Buch Historische Epistemologie (4. Aufl. 2022). Im Zentrum steht die Frage, wie wissenschaftliches Wissen historisch entsteht, sich stabilisiert und verändert. Anders als klassische Erkenntnistheorien, die nach zeitlosen Bedingungen von Wahrheit fragen, untersucht Historische Epistemologie die konkreten Praktiken, Begriffe und materiellen Anordnungen, in denen Wissen hervorgebracht wird. Ausgehend von Rheinbergers Konzepten der „epistemischen Dinge“ und „Experimentalsysteme“ erschließt das Seminar einführend zentrale Problemstellungen der Disziplin. Sie werden in dem Buch durch Theorien von Gaston Bachelard, Georges Canguilhem, Michel Foucault und Thomas Kuhn kontextualisiert. Inwiefern lassen sich wissenschaftliche Objekte als historisch variable „epistemische Dinge“ begreifen? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das Verständnis von Objektivität und Rationalität? Das Seminar kombiniert Lektüre mit gemeinsamer Diskussion sowie kleineren analytischen Übungen. Ziel ist es, ein Grundverständnis zentraler Begriffe und Methoden der Historischen Epistemologie zu erarbeiten und zur eigenständigen Analyse wissenschaftlicher Wissensformen zu befähigen. Auf jeden Fall planen wir Zeit dafür ein, „Biografien von Objekten“ zu untersuchen, die uns interessieren und die Studierende aus den jeweiligen Natur- oder Geisteswissenschaften mitbringen können. |