Das Ehrenamt in einer Kirchengemeinde - Eine Bereicherung für das Leben

Alexander Baimann, 2. Semester, Master of Education
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Seit dieser Zeit engagiere ich mich in der Kirchengemeinde meines Heimatortes in unterschiedlichen Bereichen. Hierzu gehört u.a. die Mitarbeit in der Redaktion des Gemeindebriefes, der Lektoren-Dienst, die Arbeit in der Theatergruppe, sowie das Mitwirken im Jugend- und im Bezirksausschuss der Gemeinde. Ein besonderer Schwerpunkt nimmt die Jugendarbeit ein. Hier bin ich leitend im Konfirmandenunterricht und der Kinderkirche aktiv, wobei ich besonders die Arbeit mit den Konfirmanden zu schätzen gelernt habe. Es ist mir ein Anliegen die Jugendlichen dazu zu ermutigen, Gott in ihrem Leben mit offenen Augen zu entdecken. Dass sie in dieser Zeit zu einer Gruppe zusammenwachsen, in der sie gemeinsam und frei über Glauben sprechen und diskutieren können, ist mir daher besonders wichtig. Ein Höhepunkt der Konfirmandenzeit stellt dabei die Teilnahme am „Beiern“ dar, das ich betreue. Nach lokaler Tradition werden dabei während der Weihnachtszeit die Glocken der Kirche per Hand angeschlagen. Aufgrund meines besonderen Interesses an der Kirchengeschichte, führe ich monatlich als Kirchenführer verschiedene Gruppen durch die Dorfkirche in Schwefe. Dabei sind nicht nur fachliches Wissen, sondern auch eine entsprechend Rhetorik und Empathie von Bedeutung, um Besuchern die Kirche nicht nur als Ort gelebten Glaubens vorzustellen, sondern sie auch als Kulturraum unserer Geschichte zu begreifen. Falls es meine Zeit erlaubt, begebe ich mich daher in die Archive und lese in alten Schriften, um in Aufsätzen und Vorträgen das Wissen über die Kirche in Schwefe und ihrer Geschichte anderen Menschen neu zugänglich zu machen. In den Jahren 2016 und 2017 war ich in den Gemeinden in Borgeln und Schwefe als Reformationsbeauftragter tätig. Der Höhepunkt des Jahres 2017 war die Aufführung eines selbst verfassten Lutherspiels, das die Einführung der Reformation im kleinen Dorf Schwefe auf Grundlage von originalen Akten und Dokumenten nacherzählt hat. Aus meinen Erkenntnissen kann ich daher für das Ehrenamt ermuntern - die Erfahrungen die hier abseits des Studiums gewonnen werden, fördern die eigenen Kompetenzen im Umgang mit Menschen und Jugendlichen auf vielfältige Weise. Zwar erfordert dies Disziplin, Zeit und vor allem Verantwortungsbewusstsein verschiedene Aufgaben gewissenhaft zu übernehmen und zu vertreten, aber gerade diese Erfahrungen stärken jeden in seiner Entwicklung immens. Kirche gilt heute bei einigen Menschen als altmodisch und verstaubt, als eine Institution die in der Vergangenheit stecken geblieben ist. Meine Erfahrungen haben mir eine andere Seite aufgezeigt. Natürlich steht eine Kirchengemeinde in einer langen Tradition, aber die Möglichkeit selber aktiv am Gemeindeleben teilzunehmen, es zu gestalten und zu verändern stellt eine hilfreiche Bereichen für die eigene Entwicklung dar und zeigt die Kirche als offen, menschlich und aktuell. Weitere Talente