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Münster (upm/ch)

Wegen außergewöhnlichen Erfolges

Deutsche Forschungsgemeinschaft verlängert Forschergruppe über die übliche Laufzeit hinaus
Prof. Dr. Jörg Kudla<address>© WWU / Peter Grewer</address>
Prof. Dr. Jörg Kudla
© WWU / Peter Grewer

Sechs Jahre Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – das ist normalerweise das Maximum, welches erfolgreiche Forschergruppen erreichen. Zu den seltenen Ausnahmen zählt jetzt eine Forschergruppe, die spezielle Reaktionsprozesse in Pflanzenzellen untersucht. Der deutschlandweite Verbund unter Federführung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) erhält für zwei weitere Jahre eine Förderung von über zwei Millionen Euro durch die DFG.

Die Forscher hätten außergewöhnlich erfolgreich gearbeitet und gemeinsam ihr vor sechs Jahren noch in den Kinderschuhen steckendes Forschungsgebiet international etabliert, heißt es bei der DFG. "Ich bin glücklich und stolz auf diese Anerkennung unserer Arbeit", unterstreicht Projekt-Koordinator Prof. Dr. Jörg Kudla vom Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der WWU. Neben ihm ist als zweiter WWU-Professor auch Dr. Michael Hippler beteiligt, der ein Projekt zur Analyse von Proteinen leitet. Diese Protein-Analyse-Plattform sei ein zentraler Teil der Projekt-Infrastruktur und habe maßgeblich zum Erfolg der Forschergruppe beigetragen, so die DFG.

Im Fokus der Forschergruppe steht das chemische Element Kalzium beziehungsweise seine Rolle in pflanzlichen Zellen. Kalzium steuert als Botenstoff in lebenden Organismen viele Anpassungs- und Entwicklungsprozesse. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Reaktion von Pflanzen auf Stressfaktoren wie Trockenheit und einen hohen Salzgehalt im Boden. In den kommenden zwei Jahren wollen die Forscher auf der Basis ihrer Erkenntnisse erstmals Kalzium-Signalwege in Computermodellen simulieren. Diese Modelle wiederum sollen helfen, stressresistentere Pflanzen zu züchten, beispielsweise auch durch gezielte Einkreuzung von ursprünglichen Sorten. "Der größte Teil der Ernteausfälle weltweit ist auf abiotische Stressfaktoren wie Wassermangel oder Hitze zurückzuführen. Gerade in ärmeren Regionen der Welt leiden die Menschen darunter", sagt Jörg Kudla.

An der Forschergruppe mit der DFG-Nummer 964 sind neben den Münsteranern auch Wissenschaftler der Freien Universität Berlin, der Universität Erlangen, der Universität Heidelberg, der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Technischen Universität München und der Universität Würzburg beteiligt.

 

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