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Münster (upm/ch)

Verdienstkreuz für Chemiker

Prof. Dr. Gerhard Erker erhält Auszeichnung für herausragende Verdienste in der Wissenschaft
Prof. Dr. Gerhard Erker<address>© WWU / Peter Grewer</address>
Prof. Dr. Gerhard Erker
© WWU / Peter Grewer

Für sein "herausragendes Engagement" in der Wissenschaft hat der Chemiker Prof. Dr. Gerhard Erker vom Organisch-Chemischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) heute (7. Juli) das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Wie die Bezirksregierung Münster bekannt gab, nahm der weltweit anerkannte Wissenschaftler, der seit mehr als zwei Jahrzehnten an der WWU forscht und lehrt, die Ehrung von Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke entgegen.

Gerhard Erker (67) setzt sich besonders für die internationale Vernetzung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein –  unter anderem in seiner Rolle als Sprecher des ersten deutsch-japanischen Graduiertenkollegs, in dem seit 2006 junge Chemikerinnen und Chemiker beider Nationen zusammen forschen. "Zahlreiche internationale Kooperationen verdanken wir Gerhard Erkers außergewöhnlichem Engagement", betont WWU-Forschungsprorektor Prof. Dr. Stephan Ludwig. "Das deutsch-japanische Graduiertenkolleg ist inzwischen ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung und Forschung an der Universität Münster." Gerhard Erker hat durch seinen stetigen persönlichen Einsatz unter anderem auch internationale Kooperationen mit Forschern in China, in den Vereinigten Staaten, in Kanada und in Frankreich aufgebaut. Bis heute promovierten weit über 100 Chemikerinnen und Chemiker in seiner Arbeitsgruppe.

Gerhard Erker engagiert sich nach wie vor in besonderem Maße für den Standort Münster, wo er an der WWU in den ersten Hochschulrat gewählt wurde (2008 bis 2013). Darüber hinaus vertritt er die Interessen der Wissenschaft als Mitglied zahlreicher Organisationen bis weit in die Gesellschaft hinein. Seine langjährigen Tätigkeiten in der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Mitglied des Senats von 2002 bis 2008) oder seine Amtszeit als Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker (2000 bis 2001) bringen dies stellvertretend zum Ausdruck.

Der Chemiker hat herausragende Forschungsbeiträge auf den Gebieten der Katalyse- und Organometallchemie geleistet. Seit acht Jahren befasst sich sein Arbeitskreis mit der Chemie der sogenannten frustrierten Lewis-Paare, die innovative und oft ungewöhnliche Reaktionen ermöglichen. Diesem schnell wachsenden Forschungsgebiet bescheinigen Chemiker ein erhebliches Innovationspotenzial.

Prof. Dr. Gerhard Erker / Werdegang und Auszeichnungen

Gerhard Erker, geboren am 16. Oktober 1946, forschte nach seiner Promotion an der Universität Bochum (1973) zunächst an der Universität Princeton, USA, bevor er sich in Bochum 1981 habilitierte und 1985 einem Ruf an die Universität Würzburg folgte. Seit 1990 ist Gerhard Erker Professor für Organische Chemie an der WWU.

Für seine wissenschaftlichen Arbeiten erhielt er bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den sehr renommierten "Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Förderpreis" für junge Hochschullehrer (1986), den Max-Planck-Forschungspreis (1993), den Otto-Bayer-Preis (1995) und die Adolf-von-Baeyer-Denkmünze der Gesellschaft Deutscher Chemiker (2009). Zudem erhielt er die Werner-Heisenberg-Medaille der Alexander-von-Humboldt-Stiftung (2011) und den "Eugen und Ilse Seibold-Preis" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (2011), außerdem den hoch dotierten ERC Advanced Grant 2011 des Europäischen Forschungsrates (ERC).

 

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