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Münster (upm/ch)

Hohe Auszeichnung für Bioinformatiker

Prof. Dr. Erich Bornberg-Bauer erhält renommierte Forschungsförderung des internationalen "Human Frontier Science Program"
Prof. Dr. Erich Bornberg-Bauer<address>© Ludovic Mallet</address>
Prof. Dr. Erich Bornberg-Bauer
© Ludovic Mallet

Nach einem strengen Auswahlverfahren gab es nun eine gute Nachricht: Prof. Dr. Erich Bornberg-Bauer vom Institut für Evolution und Biodiversität der Universität Münster hat einen prestigeträchtigen Forschungs-Förderpreis des internationalen "Human Frontier Science Program" (HFSP) erhalten, einen sogenannten Program Grant. Mit dieser Förderung unterstützt das HFSP herausragende Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern, die gemeinsam innovative Forschungsfragen bearbeiten. Der münstersche Bioinformatiker erhält den Forschungspreis zusammen mit zwei Chemikern, Dr. Florian Hollfelder von der Universität Cambridge in England und Dr. Nobuhiko Tokuriki von der University of British Columbia in Kanada. Das Trio erhält gut eine Million US-Dollar (rund 800.000 Euro) für drei Jahre.

Das HFSP ist ein weltweit einzigartiges, von zahlreichen Staaten gemeinsam finanziertes Programm zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit in den Lebenswissenschaften. Dabei geht es vor allem darum, exzellente Wissenschaftler über die Fächergrenzen hinweg zusammenzubringen. Insgesamt hatten sich für 2013 mehr als 700 internationale Forscherteams beworben. 33 Projekte werden nach einem hoch kompetitiven Auswahlverfahren nun unterstützt, darunter sind zehn Förderungen speziell für Nachwuchswissenschaftler.

Die Forscher um Erich Bornberg-Bauer wollen die Frage untersuchen, wie Proteine – unverzichtbare Molekülbausteine jedes Lebewesens – neue Funktionen übernehmen können. Im Laufe der Evolution haben sich über Milliarden von Jahren Proteine in einer riesigen Vielfalt entwickelt. Sie besitzen ausgefeilte Strukturen und übernehmen im Organismus stark spezialisierte Aufgaben. Forscher können Proteine auch im Labor für spezielle Zwecke weiterentwickeln, erreichen dabei aber häufig nicht die Effizienz der natürlichen Vorbilder. Eine Ursache dafür ist, dass natürliche Proteine zwar hervorragend an ihre spezifische Aufgabe angepasst sind, aber gerade daher nicht mehr flexibel genug sind, um andere Aufgaben zu übernehmen. Die Forscher wollen ein mathematisches Modell entwickeln, mit dem sich die Evolutionsprozesse von Proteinen und Proteingruppen – sogenannten Proteinpopulationen – beschreiben lassen. Dadurch erhoffen sie sich grundlegende Einblicke in die Entwicklung von spezialisierten Proteinen und bessere Möglichkeiten, Proteine gezielt im Labor zu konstruieren.

Erich Bornberg-Bauer hat seit 2003 eine Professur für Molekulare Evolution und Bioinformatik an der Universität Münster inne. Nach einem Studium der Biochemie, der Physik und der Mathematik promovierte der gebürtige Österreicher 1995 in Theoretischer Biochemie an der Universität Wien. Anschließend wurde er dort "Assistant Professor" für das Fach Mathematik. Es schlossen sich Stationen in Heidelberg und Manchester (England) an, bevor er dem Ruf an die Universität Münster folgte.

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