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Münster (upm/ch)

Zwei von 40 unter 40

Wirtschaftsmagazin "Capital" zählt Professoren Wiebke Herzog und Frank Glorius zu Top-Nachwuchswissenschaftlern
Prof. Dr. Wiebke Herzog und Prof. Dr. Frank Glorius<address>© privat / WWU-Grewer</address>
Prof. Dr. Wiebke Herzog und Prof. Dr. Frank Glorius
© privat / WWU-Grewer

Das Wirtschaftsmagazin "Capital" hat zwei münstersche Forscher in die Liste vielversprechender Nachwuchswissenschaftler 2011 aufgenommen: Prof. Dr. Wiebke Herzog vom Fachbereich Biologie und Prof. Dr. Frank Glorius vom Fachbereich Chemie und Pharmazie der Universität Münster. Im Rahmen der Serie "Junge Elite" hat das Magazin für seine aktuelle Ausgabe 40 deutsche Wissenschaftler unter 40 Jahren ausgewählt, daneben auch je 40 junge Talente aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Die "Top-Liste" veröffentlicht das Magazin seit 2007 jährlich unter dem Titel "4 mal 40 unter 40".

Frank Glorius vom Organisch-Chemischen Institut erhielt bereits im vergangenen Jahr mit dem "ERC Starting Grant" des Europäischen Forschungsrats eine der prestigeträchtigsten Förderungen für Nachwuchswissenschaftler in Europa. Mit der Auszeichnung war eine Forschungsförderung in Höhe von 1,5 Millionen Euro verbunden. Zudem ist der Chemiker Träger des ebenfalls renommierten Alfried-Krupp-Förderpreises für junge Hochschullehrer. Wiebke Herzog kam 2008 mit einem Rückkehrerstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen aus den USA nach Deutschland zurück. Das Innovationsministerium stellte ihr 1,25 Millionen Euro zur Verfügung, um eine Arbeitsgruppe in NRW aufzubauen.

Frank Glorius

Frank Glorius forschte nach einem Postdoktorat an der Universität Harvard (USA) zunächst am Max-Planck-Institut in Mülheim an der Ruhr. 2004 nahm er eine Professur an der Universität Marburg an, bevor er 2007 einem Ruf an die Universität Münster folgte. Der 39-Jährige erforscht und entwickelt neue effiziente Katalyse- und Synthesemethoden, mit denen organische Moleküle besonders effizient hergestellt werden können. Organische Moleküle sind von großer Bedeutung, beispielsweise in Medikamenten, in der chemischen Industrie, in den Materialwissenschaften sowie als Duft- und Geschmacksstoffe. Insofern gilt die Katalyse bei Chemikern als eine Schlüsseltechnologie, die in der Zukunft immer wichtiger werden wird und die dazu beitragen soll, wertvolle natürliche Ressourcen zu schonen.

Wiebke Herzog

Wiebke Herzog forschte nach ihrer Promotion einige Jahre lang an der University of California in San Francisco, USA. Ihr Steckenpferd ist die biomedizinische Forschung. Sie erforscht die Bildung von Blutgefäßen und sucht nach Genen, die an der Regulierung der Blutgefäßentwicklung beteiligt sind. Diese Arbeiten sind unter anderem für die Tumortherapie von Bedeutung. Als Modellsystem dient ihr der Zebrafisch, da die Blutgefäßentwicklung in den Embryonen besonders gut zu beobachten ist. Im Gegensatz zu Säugetieren kann die Tragweite eines Defekts in der Gefäßentwicklung bei den Fischembryos besser untersucht werden, was die Suche nach den beteiligten Genen begünstigt. Die 39-jährige Biologin ist Juniorprofessorin am Fachbereich Biologie der Universität Münster. Sie ist am Exzellenzcluster-Antrag "Cells in Motion" beteiligt und arbeitet im Rahmen einer Kollaboration am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster.

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