|
upm/nor

"Wir haben sehr viel Islam-Kompetenz"

Erklärung der Universität Münster zur aktuellen Debatte über mögliche Islam-Institute
Prof. Dr. Ursula Nelles<address>© WWU</address>
Prof. Dr. Ursula Nelles
© WWU

Der Wissenschaftsrat empfiehlt, Imame und islamische Religionslehrer an Universitäten ausbilden zu lassen, "an denen bereits andere religionsbezogene Wissenschaften etabliert sind". An zwei oder drei Universitäten sollen demnach "institutionell starke Einheiten für islamische Studien" entstehen - diese sollten "Zentren islamisch-theologischer Forschung werden und eine zentrale Rolle bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in islamischen Studien spielen".

Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster weist darauf hin, dass es an der WWU dafür bereits hervorragende Voraussetzungen gibt. Mit der Evangelisch-Theologischen Fakultät und der Katholisch-Theologischen Fakultät verfügt die WWU über die jeweils größten Fakultäten dieser Art in Deutschland. Beide können als die gewichtigsten theologischen Fakultäten des deutschen Sprachraums angesehen werden.

Darüber hinaus ist das 2003 gegründete "Centrum für Religiöse Studien" (CRS) ein gutes Beispiel für den vielfach geforderten interreligiösen Austausch und Dialog. Das CRS ist mit seinen Lehrstühlen, Professuren, Mitgliedern und Kooperationspartnern eine Einrichtung, die interdisziplinär zu den Weltreligionen forscht und sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit dem Geist vom Frieden zwischen den Religionen verschrieben hat. Durch die Lehrstühle für "Orthodoxe Theologie" und "Religion des Islam" sowie die Professuren für Judaistik und Islamische Religionspädagogik bietet das CRS verschiedene Studiengänge und daran angeknüpft ein reichhaltiges Angebot an Veranstaltungen an - es ist ein Knotenpunkt der interdisziplinären Forschung. Seit Jahrzehnten beschäftigen sich zudem die Mitarbeiter des Instituts für Arabistik und Islamwissenschaft in Lehre und Forschung mit der islamischen Religion und der arabischen Sprache.

Das CRS kooperiert zudem eng mit dem Exzellenzcluster "Religion und Politik", dem rund 200 Wissenschaftler aus 20 geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen angehören. "Die WWU bietet eine sehr attraktive Perspektive für den geforderten wissenschaftlichen und interreligiösen Diskurs", betont der Sprecher des Cluster-Vorstands, Prof. Dr. Gerd Althoff. "Wir haben an der Uni Münster sehr viel Islam-Kompetenz, wir sind kooperationsfähig und kooperationswillig. Bei uns ist Wandel durch Annäherung eine gelebte Erfahrung."

Dies unterstreicht auch Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles. "Das ,Centrum für Religiöse Studien‘, das man selbstverständlich auch in Institut umbenennen könnte, bietet die ideale Plattform für den interreligiösen Dialog und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit."