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Münster (upm/jas)

Eigene Forschungsideen in die Praxis umsetzen

Rektorat der WWU finanziert studentische Forschungsprojekte
Linda Dieks vom Programm „Forschungsprojekte Studierender“ berät bei der Antragstellung.<address>© WWU/Jana Schiller</address>
Linda Dieks vom Programm „Forschungsprojekte Studierender“ berät bei der Antragstellung.
© WWU/Jana Schiller

Mit dem neuen Jahr beginnt wieder eine neue Förderperiode des Programms "Forschungsprojekte Studierender" der WWU. Das Rektorat vergibt dafür jährlich 50.000 Euro, pro Projekt werden bis zu 5.000 Euro bewilligt. Mit der Förderung können Studierende ihre Ideen in einem ersten eigenen Forschungsprojekt umsetzen. Prof. Dr. Monika Stoll, Prorektorin für Forschung, betont: "Durch diese Art forschenden Lernens gewinnen Studierende nicht nur fachliche Kenntnisse, sondern sammeln gleichzeitig erste Erfahrungen im Verfassen von Forschungsförderanträgen – eine ideale Basis für eine spätere wissenschaftliche Karriere."

Das Programm fördert Projekte mit einer maximalen Laufzeit von 12 Monaten, die Studierende initiieren und eigenständig durchführen. Die Vorhaben sollen wissenschaftlich fundiert und innovativ sein und im nationalen und internationalen Vergleich eine deutliche Sichtbarkeit besitzen oder erzeugen. Idealerweise stoßen die Projekte wissenschaftliche Kooperationen an. Beispiele für Forschungsprojekte Studierender sind internationale oder auch nationale Forschungsaufenthalte, die Organisation und Durchführung von (studentischen) Konferenzen, Tagungen, Workshops oder Summer Schools. Im vergangenen Jahr wurden 15 Projekte gefördert. "Das Programm erlaubt den Studierenden, die Universität nicht nur als Lehr-, sondern auch als Forschungsinstitution zu verstehen – und sich selbst als Teil davon", erklärt Prof. Dr. Doris Fuchs, Vorsitzende der Rektoratskommission für Forschungsangelegenheiten (RKF). "Dabei wird insbesondere auch die Kreativität und Initiative der Studierenden angesprochen."

Die Ideen sind vielfältig. Inspiriert durch einen Fragebogen des Papstes führten beispielsweise 2014 drei Studierende eine Umfrage unter Katholikinnen und Katholiken zu Partnerschafts- und Familienbildern durch – mit weltweiter Beteiligung. Doch auch andere Projekte zeugen von dem kreativen Forschungsgeist der WWU-Studierenden. So organisierten drei Mathematikstudenten mithilfe der Fördergelder eine Tagung zu mathematischen Analogien, eine Promotionsstudentin realisierte eine interdisziplinäre Konferenz zur Musealisierung von Literatur und performativer Kunst und zwei Studenten der Geophysik vermaßen im vergangenen Sommer das Erdmagnetfeld während der Sonnenfinsternis in den USA. Die meisten Projekte beziehen sowohl andere Studierende als auch erfahrene Forscher ein. Studierende erhalten so nicht nur ideale Vernetzungsmöglichkeiten, sondern auch aktuelle wissenschaftliche Impulse.

Studierende aller Fachrichtungen, die eine Forschungsidee haben, sollten sich damit zunächst für eine Beratung an Linda Dieks aus der Geschäftsstelle des Förderprogramms wenden. Diese ist angesiedelt in der Forschungsförderberatung SAFIR. Wenn die formalen Bedingungen erfüllt sind, können sie eine erste Antragsfassung erstellen und an die Geschäftsstelle senden - an dieser Stelle gibt es auch weitere Hinweise für einen optimalen Antrag. Die Antragsteller müssen an der WWU immatrikuliert sein und sollten das 28. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Wichtig ist, dass ein Professor der WWU das Vorhaben grundsätzlich befürwortet und dies in einer etwa einseitigen Stellungnahme darlegt, die mit dem Antrag eingereicht wird. Die RKF, die mindestens zweimal im Semester tagt, bewertet die finalen Anträge und entscheidet über eine Förderung. Ein Antrag kann jederzeit eingereicht werden – wenn er in einer bestimmten Sitzung behandelt werden soll, muss er der Geschäftsstelle allerdings zwei Monate vor diesem Termin vorliegen. Die nächsten Sitzungstermine der RFK sind am 18. April, 6. Juni und 11. Juli.

 

Dieser Artikel stammt aus der Universitätszeitung "wissen|leben" Nr. 1, Januar / Februar 2018.

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