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Münster (upm/ch)

Koi-Karpfen-Virus im Visier

Deutsch-japanische Tagung zu Evolution und Ökologie des Koi-Herpesvirus an der Universität Münster
<address>© Dagmar Fischer / Photocase</address>
© Dagmar Fischer / Photocase

"Das Koi-Herpesvirus ist zu einem riesigen, weltweiten Problem geworden – es betrifft nicht nur Zierkarpfen, sondern verursacht auch enorme Verluste bei Karpfen in Aquakulturen", sagt Prof. Dr. Arndt Telschow vom Institut für Evolution und Biodiversität der Universität Münster. Der Wissenschaftler lädt von Montag, 4. Juli, bis Dienstag, 5. Juli, zu einem deutsch-japanischen Symposium zur Ökologie und Evolution des Koi-Herpesvirus' ein. Dabei beleuchten Wissenschaftler verschiedene Aspekte der Erkrankung, die erst vor rund 15 Jahren zum ersten Mal in Erscheinung getreten ist. Die Tagung ist englischsprachig. Alle Interessierten sind zur Tagung oder auch zu einzelnen Vorträgen herzlich willkommen. Beginn ist am Montag um 16 Uhr im Institutsgebäude in der Hüfferstraße 1.

Ähnlich wie Menschen das Lippenherpes-Virus nicht ständig zu spüren bekommen, können auch Karpfen das Virus längere Zeit unerkannt in sich tragen. Kommt es zu einem Ausbruch der Erkrankung, sind die Folgen dramatisch: 80 bis 100 Prozent der erkrankten Fische sterben spätestens nach zwei Wochen. Da infizierte Karpfen das Virus weiter verbreiten, sind schnell ganze Bestände betroffen. Ursprünglich trat die Erkrankung nur bei Zuchtfischen auf. In Japan sind seit einigen Jahren jedoch auch Wildkarpfen betroffen. Aus evolutionsbiologischer Sicht eignet sich das Koi-Herpesvirus, um die Auswirkungen von viralen Infektionskrankheiten, ihre Verbreitung und ihre ökologischen Folgen zu untersuchen.

Bei der Tagung kommen Forscher – darunter Veterinärmediziner, Mikrobiologen, Evolutionsbiologen und Ökologen – aus Deutschland und Japan zusammen. Sie beleuchten das Thema aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Blickwinkeln. Ein Höhepunkt ist der Vortrag von Zen'ichiro Kawabata vom Research Institute for Humanity and Nature in Kyoto am Dienstag um 16 Uhr, mit dem die Tagung ausklingt. Der japanische Professor für mikrobielle Ökologie erläutert am Beispiel des Koi-Herpesvirus die Zusammenhänge zwischen dem Ausbruch von Infektionskrankheiten mit Umweltveränderungen und menschlichen Einflüssen. Dabei nimmt er auch unter die Lupe, welche Rollen Wirt und Krankheitserreger dabei spielen.

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