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Münster (upm).
Am 20. November beginnt die Fußball-WM in Katar.<address>© Photo by M. Z. on Unsplash</address>
Am 20. November beginnt die Fußball-WM in Katar.
© Photo by M. Z. on Unsplash

Umfrage zur Fußball-WM in Katar

„Ich werde wohl das erste Mal passen“

Ein sportliches Großereignis steht bevor: Am 20. November beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Vorfreude mag dennoch bei vielen nicht aufkommen. Der Skandal um die Vergabe und die problematische Menschenrechtslage im Wüstenstaat lassen viele Fußballfans zweifeln, ob und wie sie das Event verfolgen. Wir haben vier WWU-Beschäftigte gefragt: Mit welchen Erwartungen blicken Sie auf die Fußball-WM?

 

Prof. Dr. Uwe Karst<address>© Michael Holtkamp</address>
Prof. Dr. Uwe Karst
© Michael Holtkamp
Prof. Dr. Uwe Karst, Institut für Anorganische und Analytische Chemie:

Selten hatte ich vor einer Fußball-WM so gemischte Gefühle: Meine Vorfreude auf die Sportveranstaltung an sich trifft auf deutliche Vorbehalte gegenüber dem Veranstalterland aufgrund der sehr problematischen Menschenrechtssituation in Katar. Kann die WM helfen, das Gastgeberland diesbezüglich zu öffnen? Oder helfen wir einem nicht demokratischen System dabei, seine Bürger zu unterdrücken? Daher wird mir die Entscheidung schwerfallen, ob ich überhaupt die WM am Fernseher verfolgen werde.

 

Greta Pauli<address>© privat</address>
Greta Pauli
© privat
Greta Pauli, Auszubildende beim Hochschulsport Münster:

Deutschland hat mit seinem talentierten und erfahrenen Team gute Chancen, das Viertelfinale zu erreichen. Die Chance auf den Titel räume ich vor allem Frankreich, aber auch Brasilien oder England ein. Ich bin gespannt auf das Turnier und hoffe, dass sowohl die Teams als auch die Fans vor Ort ein Zeichen gegen die problematische Menschenrechtslage in Katar setzen und damit Reformen bewirken können. Der Fußball ist bunt, genauso bunt sollten seine Austragungsländer sein.

 

Lennart Rettler<address>© IfK - Nadine Daum</address>
Lennart Rettler
© IfK - Nadine Daum
Lennart Rettler, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promovend am Institut für Kommunikationswissenschaft:

Ich blicke ohne große Erwartungen auf die Fußball-WM. Auch wenn ich ein großer Fußballfan bin, lösen internationale Spiele in mir schon länger nur bedingt Freude aus. Die Omnipräsenz von Fußball mindert den Wert einzelner Spiele für mich ungemein, und von den Bedingungen im Gastgeberland möchte ich gar nicht erst anfangen. Und dann ist auch noch Rani Khedira im vorläufigen WM-Kader. Bei dieser WM werde ich wohl das erste Mal passen.

 

Johannes Sträßer<address>© WWU - Peter Leßmann</address>
Johannes Sträßer
© WWU - Peter Leßmann
Johannes Sträßer, Online-Redakteur an der WWU:

Sportlich erwarte ich ein schwaches Turnier, da die Vorbereitung für alle Teams extrem kurz ist. Die Vergabe war ein Skandal, selbst nach FIFA-Maßstäben. Die Nachhaltigkeit des Turniers, die Lage der Menschenrechte im Vor- und Umfeld: alles traurig. Trotz allem werde ich mir einige Spiele ansehen. Ich werde allerdings die Firmen boykottieren, die bei dem Turnier als Sponsoren auftreten. Das ist vielleicht naiv, aber diese WM so zu konsumieren wie jede andere, erscheint mir falsch.

 

Dieser Artikel stammt aus der Unizeitung wissen|leben Nr. 7, 16. November 2022.

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