Nominierung zum Deutschen Zukunftspreis

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© WWU - nor

"Team Löwenzahn" schafft es beim Deutschen Zukunftspreis ins Endspiel / BioNTech SE gewinnt

Das Mainzer Unternehmen BioNTech SE hat den Zukunftspreis 2021 gewonnen. Mit dem Biologen Prof. Dr. Dirk Prüfer und seinem Team zählte erstmals ein Wissenschaftler der Universität Münster zu den Nominierten – die Forscher entwickeln nachhaltige Reifen aus Russischem Löwenzahn. "Allein die Nominierung bedeutet eine große Ehre und Wertschätzung", betonte Dirk Prüfer. "Dafür sind wir sehr dankbar."

Podcast Zukunftspreis
© WWU - Sophie Pieper

WWU-Cast: Dirk Prüfer über „Nachhaltige Reifen aus Löwenzahn“

Naturkautschuk aus Löwenzahn gewinnen, anstatt ihn aus entlegenen Tropenregionen zu importieren – an dieser Idee arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rund um Prof. Dr. Dirk Prüfer vom Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen. Im WWU-Podcast berichtet der Biologe von der Entwicklung dieses besonderen Forschungsprojekts.

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© Rose Smith (https://subcamps-auschwitz.org/auschwitz-subcamps/wirtschaftshof-raisko)

Ein neuer Kautschuk-Boom?

Eine Wiese in einem Tal des Tian Shan Gebirges, irgendwo in der kasachischen Einöde. Eine Pflanze, die kaum einer kannte. Ein russisches Forschungsinstitut unter Druck. Das klingt zunächst ein wenig wie ein Wissenschaftskrimi, zeigt aber eins: Bis zu der aktuellen Wiederentdeckung von Löwenzahn-Kautschuk war es ein langer Weg.

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© WWU - Peter Leßmann

Denise Weinberg stellt ihre Arbeit im "Löwenzahn-Labor" vor

Denise Weinberg arbeitet seit einigen Jahren als technische Assistentin im Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen. Dort unterstützt sie unter anderem bei der Pflanzenanzucht und -kreuzung sowie der anschließenden Ernte des Löwenzahns. Bei einem Stück Mohnkuchen berichtete sie über ihre Arbeit und Aufgaben im Labor.

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© Photo by Sharon Rosseels on Unsplash

Pflanzenzüchter Fred Eickmeyer über die Löwenzahn-Zucht

Ein Forscherteam arbeitet seit etwa zehn Jahren daran, Naturkautschuk regional aus Löwenzahn zu gewinnen. Pflanzenzüchter Dr. Fred Eickmeyer vom "Team Löwenzahn" gibt im Gespräch Einblicke in seine Arbeit.

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© WWU - Daniel Huhn

Video: Wie Löwenzahn Gummi gibt

Ein Team aus 25 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster und des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME erforscht den Naturkautschuk produzierenden Russischen Löwenzahn als Alternative zum Kautschuk aus Tropenregionen. Zwei Teilbereiche - die Züchtung und die Kautschukproduktion in der Pflanze - werden im Video genauer beleuchtet.

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© WWU - Kathrin Nolte

Wie Kautschuk aus Löwenzahnwurzeln gewonnen wird

Bislang wird Kautschuk fast ausschließlich aus dem Milchsaft des Kautschukbaums in den tropischen Regenwäldern Südostasiens gewonnen. Mit der Gewinnung von Naturkautschuk aus Russischem Löwenzahn setzt ein 25-köpfiges Forscherteam der WWU und des Fraunhofer-Instituts IME auf eine Alternative für den regionalen Anbau.

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© WWU

"Team Löwenzahn" auf den Titelseiten der lokalen Tageszeitungen

Es ist nicht nur die Universität Münster, die für die Nominierung des Teams rund um den WWU-Biologen Prof. Dr. Dirk Prüfer die Daumen drückt: Jetzt haben auch die beiden großen münsterschen Tageszeitungen "Westfälische Nachrichten" und "Münstersche Zeitung" die Pläne der Wissenschaftler für Reifen aus Naturkautschuk auf deren jeweilige Titelseiten gehievt – ein weithin sichtbares Zeichen für das große Interesse und die Rückendeckung.

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© Peter Leßmann

Nachhaltige Reifen aus Löwenzahn

"Naturkautschuk aus Löwenzahn steht nicht nur für Sicherheit und Hochleistung im Reifen, sondern auch für einen sozialverträglichen, ökologisch bewussten und wirtschaftlich lukrativen Umgang mit diesem Rohstoff", unterstreichen Prof. Dr. Dirk Prüfer und sein Team in einem Beitrag für den Blog des Zentrums für Interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung.

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© WWU - MünsterView

Universität und Stadt Münster drücken "Löwenzahn-Team" Daumen für Deutschen Zukunftspreis

Im Wettbewerb um den Deutschen Zukunftspreis 2021 kann das münstersche Team auf die Unterstützung der WWU und der Stadt Münster zählen. Rektor Johannes Wessels, Oberbürgermeister Markus Lewe und zahlreiche WWU-Beschäftigte trafen sich mit ihren Rädern auf dem Prinzipalmarkt, um den Wissenschaftlern für deren Projekt "Nachhaltige Reifen aus Löwenzahn" ihre Rückendeckung zu signalisieren.

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© Deutscher Zukunftspreis

Vor Ort mit dem "Team Löwenzahn" in München

Ein Team mit münsterscher Beteiligung um Prof. Dr. Dirk Prüfer ist für den Deutschen Zukunftspreis nominiert - am Mittwochabend (15.9.) stellten die Wissenschaftler ihr Projekt "Nachhaltige Reifen durch Löwenzahn" im Deutschen Museum in München der Öffentlichkeit vor.

| Pressemitteilung

Team von Continental, Fraunhofer IME und Universität Münster für Deutschen Zukunftspreis nominiert

Das gemeinsame Forschungsprojekt "Nachhaltige Reifen durch Löwenzahn – Innovationen aus Biologie, Technik und Landwirtschaft" zeigt, dass neue, alternative Rohstoffversorgung möglich ist. Mit dem Deutschen Zukunftspreis zeichnet der Bundespräsident jedes Jahr hervorragende technische, ingenieur- oder naturwissenschaftliche Innovationen aus. Erstmals ist jetzt ein Team mit Beteiligung eines WWU-Wissenschaftlers für diesen Preis nominiert. Bei dem Projekt geht es um die nachhaltige Produktion von Reifen aus Löwenzahn-Kautschuk.

Der Deutsche Zukunftspreis

Der Deutsche Zukunftspreis wird seit 1997 jährlich vergeben und gehört zu den wichtigsten Innovationsauszeichnungen in Deutschland. Er ehrt herausragende technische, ingenieur- und naturwissenschaftliche Leistungen, die zu anwendungsreifen Produkten führen. Die großen deutschen Wissenschafts- und Wirtschaftsverbände schlagen nach intensiver Prüfung innovative Entwicklungen für die Auszeichnung vor. Anschließend wählt die Jury des Deutschen Zukunftspreises in einem mehrstufigen Prozess aus einer Vielzahl an Projekten jedes Jahr drei Forscherteams und ihre Innovation in die Endrunde des Preises, den "Kreis der Besten", aus. Neben der Innovationsleistung bewertet die Jury dabei auch das wirtschaftliche und gesellschaftliche Potenzial der Entwicklung. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird den Deutschen Zukunftspreis am 17. November 2021 in Berlin verleihen.

Die Institutionen hinter dem Team

Das Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster

Das Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster besteht aus sieben Lehrstühlen mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten zur molekularen Physiologie, Genetik und Biotechnologie der Pflanzen. Das Institut zeichnet sich durch nationale und internationale Kooperationen aus und bietet durch seine moderne Ausstattung in den Bereichen molekularbiologischer und chemischer Analytik sowie der Mikroskopie eine herausragende Möglichkeit für modernste Pflanzenforschung.

Das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME

Das Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME umfasst seit Beginn des Jahres 2021 die Bereiche »Molekulare Biotechnologie«, »Angewandte Oekologie« und »Bioressourcen« und beschäftigt aktuell mehr als 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Fraunhofer IME ist ein starker Partner für Vertragsforschung in den Bereichen Landwirtschaft, Bioökonomie, Chemie sowie Umwelt- und Verbraucherschutz.

Continental

Continental entwickelt wegweisende Technologien und Dienste für die nachhaltige und vernetzte Mobilität der Menschen und ihrer Güter. Das 1871 gegründete Technologieunternehmen bietet sichere, effiziente, intelligente und erschwingliche Lösungen für Fahrzeuge, Maschinen, Verkehr und Transport. Das Geschäftsfeld Tires verfügt über 24 Produktions- und Entwicklungsstandorte weltweit. Continental ist einer der Technologieführer im Bereich der Reifenproduktion und bietet eine breite Produktpalette für Personenkraftwagen, Nutz- und Spezialfahrzeuge sowie Zweiräder an.