Großer Erfolg: Die WWU erhält Förderung für zwei Exzellenzcluster

Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder

Die Gemeinsame Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrats hat am 27. September 2018 die Entscheidung über die Förderung der neuen Exzellenzcluster verkündet. Die WWU war mit zwei von insgesamt drei Anträgen erfolgreich:

Ab dem 1. Januar 2019 werden die Cluster für sieben Jahre gefördert.

Der bestehende Exzellenzcluster „Cells in Motion“ erhält von der DFG bis Oktober 2019 eine Überbrückungsfinanzierung, um laufende Forschungsprojekte abzuschließen.

Hintergrundinformationen zur Exzellenzstrategie

Mathematik Münster. Dynamik - Geometrie - Struktur

Mathematik Münster. Dynamik - Geometrie - Struktur

Mathematik ist eine Schlüsseltechnologie für wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt. Neue Erkenntnisse in der Mathematik stehen nicht nur für sich selbst, sondern eröffnen oft unvorhergesehene Durchbrüche in anderen Wissenschaften.

Die positiv begutachtete Antragsskizze der WWU-Mathematiker stellt die mathematische Grundlagenforschung in den Mittelpunkt. In der Forschung der Mathematiker spielen zwei Leitmotive eine große Rolle. Zum einen ist dies die geometrische Betrachtung von Strukturen, zum anderen die Untersuchung der relevanten Dynamik von Gruppen- und Halbgruppen-Aktionen. Beide Motive haben eine lange Tradition, und ihre Bedeutung für die Mathematik wächst zunehmend.

"Der Erfolg in der ersten Begutachtungsrunde der Exzellenzstrategie ist eine schöne Bestätigung der bisherigen mathematischen Forschung und Schwerpunktsetzung an der WWU Münster. Er ist aber auch Ansporn und Motivation für strukturelle Maßnahmen und weitere mathematische Spitzenforschung", freut sich Prof. Dr. Mario Ohlberger.

Sprecher: Prof. Dr. Christopher Deninger, Prof. Dr. Mario Ohlberger
Beteiligte Institute: Institut für Analysis und Numerik, Institut für Mathematische Stochastik, Institut für Mathematische Logik und Grundlagenforschung, Mathematisches Institut

Weitere Informationen: Mathematik Münster

Religion und Politik. Dynamiken von Tradition und Innovation

© wikipedia/Vilallonga

Seit seiner Etablierung vor mehr als zehn Jahren hat sich der Exzellenzcluster ‚Religion und Politik‘ mit dem sich historisch wandelnden Verhältnis von Religion und Politik in Europa, im Mittelmeerraum, in den USA und Lateinamerika ebenso wie in Indien und Regionen Afrikas beschäftigt. Dabei reichte das inhaltliche Spektrum von der Antike bis zur Gegenwart, von Judentum, Christentum und Islam bis zu modernen Formen der Esoterik.

Unter Aufnahme dieser Forschungsschwerpunkte und in Weiterführung der interdisziplinären Zusammenarbeit fokussiert der Cluster seine Arbeit in der neuen Förderphase ab 2019 auf die Frage, auf welche Weise Religion gesellschaftliche und politische Auseinandersetzungen stimulieren, eindämmen und modifizieren kann, worin die dynamische Potenz der Religion begründet liegt und welche externen Bedingungen ihre Mobilisierungsfähigkeit begünstigen bzw. einschränken. Damit wird die Aufmerksamkeit auf die aktive Rolle von Religion in den politischen und sozialen Auseinandersetzungen in Geschichte und Gegenwart gelenkt.
Um die politische und gesellschaftliche Dynamik von Religion in der ihr eigenen Gleichzeitigkeit von Tradition und Innovation erfassen zu können, konzentriert sich der Cluster darauf, unterschiedliche strukturelle, semantische und handlungspraktische Spannungsverhältnisse herauszuarbeiten: Spannungen zwischen (1) transkultureller Verflechtung und Entflechtung, (2) religiöser Vielfalt und rechtlich-politischer Einheit und (3) Religionskritik und Religionsapologie.
Langfristiges Ziel ist es, Münster zum führenden Zentrum interdisziplinärer Religionsforschung in Deutschland und Europa zu machen. Schon jetzt kann der Cluster in seiner Arbeit auf eine Reihe nachhaltiger Strukturveränderungen an der WWU aufbauen, auf die Schaffung neuer Professuren etwa in der Judaistik, Islam-, Politik- und Sozialwissenschaft sowie durch die Einrichtung des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT), des Instituts für Jüdische Studien und des Centrums für Religion und Moderne (CRM). Hinzu wird ein „Campus der Religionen“ kommen, der durch die räumliche Zusammenführung alter und neuer institutioneller Strukturen die interdisziplinäre Kooperation insbesondere zwischen bekenntnisgebundener und bekenntnisungebundener Religionsforschung stärken und die interreligiöse Verständigung befördern wird.

Sprecher: Prof. Dr. Detlef Pollack, Religionssoziologie; Fachbereich Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften
Beteiligte Disziplinen: Geschichts-, Rechts- und Politikwissenschaft, Religionssoziologie und Religionswissenschaft, katholische, evangelische, orthodoxe und islamische Theologie, Psychologie, klassische und moderne Philologie sowie Philosophie, Kunstgeschichte, Arabistik, Ethnologie, Altorientalistik, Archäologie, Ägyptologie, Judaistik, Byzantinistik, Musikwissenschaft der Universität Münster

Weitere Informationen: Exzellenzcluster „Religion und Politik"