Dr. Peter Van Dam


E-Mail-Adresse: p.h.vandam[at]uva.nl

Lebenslauf

Peter van Dam wurde am 10. August 1981 im niederländischen Den Helder geboren. Er machte dort am Etty Hillesum College 1999 sein Abitur und studierte daraufhin er an der Amsterdamer Freien Universität (VU) zunächst Latein und Griechisch. Nach einem Aufenthalt als Freiwilliger im Kibbuz Kfar Masaryk entschied er sich 2001 für ein Geschichtsstudium, erneut an der VU. Neben dem Studium war er Mitarbeiter der Tageszeitung 'Noordhollands Dagblad'. Ab dem Wintersemester 2003/04 studierte er zwei Semester an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, wo er sich auf niederländische und deutsche Gesellschaftsgeschichte und Geschichtstheorie konzentrierte.
Eine Zulassung zum Researchmaster der Freien Universität führte Peter van Dam 2004 nach Amsterdam zurück. In den zwei folgenden Jahren forschte er über Medien und Studentenprotest in den sechziger Jahren. Gleichzeitig studierte er auch Deutschlandstudien an der Universität Amsterdam. Nebenher war er als Chefredakteur der studentischen Geschichtszeitschrift 'Galapas' verpflichtet und als studentische Hilfskraft am Deutschlandinstitut Amsterdam tätig. Im August 2006 legte er seine Magisterarbeit vor, in der die Rolle der Medien in den sechziger Jahren mithilfe einer systemtheoretischen Perspektive neu bewertet wird. Sein Interesse gilt weiterhin dem gesellschaftlichen Wandel der Nachkriegszeit, der transnationalen Geschichtsschreibung und der Geschichtstheorie.

Dissertationsthema

Religiöse Traditionen in der Zivilgesellschaft. Westdeutsche und niederländische Gewerkschaften, 1945-1976

Die Kritik, die der Säkularismus in jüngsten Zeiten auf sich gezogen hat, hat auch auf die historische Erforschung der Zivilgesellschaft abgefärbt. Mittlerweile hat sich die Einsicht durchgesetzt, Religion und Zivilgesellschaft sollten nicht als Gegensatzpaar verstanden werden, weil Religion entscheidend an der Ausprägung der Zivilgesellschaft beigetragen hat. Auch in der historischen Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung in Deutschland und in den Niederlanden haben Weltanschauungen eine prägende Rolle gespielt. Es entstanden im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert in beiden Ländern sogenannte Gesinnungsgewerkschaften: je nach Weltanschauung und sozialem Milieu konnte man in die zugehörige Gewerkschaft eintreten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Organisation nach Gesinnung in beiden Ländern in Frage gestellt, mit unterschiedlichem Ergebnis. Die niederländischen Gewerkschaften organisierten sich erneut als Richtungsgewerkschaften, in der Bundesrepublik hingegen wurde seit 1945 versucht, alle Arbeiter in einer gewerkschaftlichen Organisation zu vertreten. Allerdings sah sich der auf diesen Grundsatz verpflichtete Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) somit veranlasst auch die protestantischen und katholischen Arbeiter zu vertreten. Diese Integration ist dem DGB allerdings nur teilweise gelungen. Es kam trotz der Integration christlicher Gewerkschaftler im DGB in den fünfziger Jahren auch zur Gründung einer spezifisch christlichen Gewerkschaft, die sich ab 1959 als Christlicher Gewerkschaftsbund etabliert hat.

Offenbar konnte Religion also in den ersten fünfzehn Nachkriegsjahren weiterhin eine mobilisierende Funktion ausüben. Es gilt zu fragen, wie sich diese Rolle gegen den Hintergrund der "Säkularisierungserfahrung" (Joachim Matthes) der sechziger Jahre entwickelt hat. Nebst der Frage nach dem Behaupten der religiösen Traditionen in den Gewerkschaften gegen den oft unterstellten Funktionsverlust der Religion, soll hinterfragt werden, ob und wie diese religiösen Traditionen sich in den Gewerkschaften gewandelt und eingebracht haben.

English version

Dissertations-Betreuer:

Publikationen

Beiträge:

  • „In der Weite des Landes ein verlorener Protest“? Der Studentenprotest in westdeutschen und niederländischen Zeitungen, 1965-70. In: K. Bachmann u.a. (Hg.), Die 68er-Bewegung und ihre Folgen in Ost- und Westeuropa. Neue Perspektiven auf eine transnationale Kulturrevolution (Leipzig 2009) (Im Erscheinen).
  • Sind die Säulen noch tragfähig? „Versäulung“ in der niederländischen Historiographie. In: Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte 102 (2008) 415-443.
  • Ein Kanon der niederländischen Geschichte? In: Jahrbuch. Zentrum für Niederlande-Studien 18 (2007) 189-201.
  • Studentenproteste der 60er Jahre in deutschen und niederländischen Zeitungen. In: Forschungsberichte aus dem Duitsland Instituut Amsterdam 2 (2006) 15-26.
  • Geschiedenis over de grenzen heen. In: Galapas 26 (2006) 3, 14-16.
  • De dood van Benno Ohnesorg. In: Galapas 25 (2005) 5, 8-11.

Rezensionen:

  • G. Ackermans/M. Monteiro (Hg.): Mannen Gods. Clericale identiteit in verandering (Hilversum: Verloren 2007) In: Tijdschrift voor Geschiedenis 122 (2009) 1, 111-112.
  • F.W. Graf/K. Große Kracht (Hg.): Religion und Gesellschaft. Europa im 20. Jahrhundert (Köln/Weimar/Wien: Böhlau 2007) In: Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte 102 (2008) 479-481.
  • R. van der Maar: Welterusten mijnheer de president. Nederland en de Vietnamoorlog 1965-1973 (Amsterdam: Boom 2007) In: Jahrbuch. Zentrum für Niederlande-Studien 17 (2006) 217-219.
  • E. Ben-Rafael/Y. Sternberg (Hg.): Comparing modernities. Pluralism versus homogenity – Essays in homage to Shmuel N. Eisenstadt (Leiden: Brill 2005) In: Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte 100 (2006) 422-423.
  • E. Sengers (Hg.): The Dutch and their Gods. Secularization and transformation of religion in the Netherlands since 1950 (Hilversum: Verloren 2005) In: Galapas 26 (2006) 4, 32-33.
  • J. van der Dussen: Geschiedenis en beschaving. Kritische opstellen over verleden, heden en toekomst (Hilversum: Verloren 2005) In: Galapas 26 (2006) 3, 34-35.
  • M. Kurlansky: 1968. Het jaar waarin alles anders werd (Amsterdam: Anthos 2004) in: Galapas 25 (2005) 5.
  • H. Righart: De wereldwijde jaren zestig. Groot-Brittannië, Nederland, de Verenigde Staten (Utrecht: Universiteit Utrecht 2003) In: Galapas 25 (2005) 3, 19-21.
  • J. Frishman/W. Otten/G. Rouwhorst (Hg.): Religious identity and the problem of historical foundation (Leiden: Brill 2004) In: Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte 99 (2005).
  • W. Melching: Van het socialisme, de dingen die voorbijgaan. Een geschiedenis van de DDR (Amsterdam: Bert Bakker 2004) In: Galapas 25 (2004) 2, 20-22.
  • S.P. Huntington: Wie zijn wij? Over de Amerikaanse identiteit (Amsterdam: Ambo 2004) In: Radix 31 (2005) 2, 137-140.

Stand: 27. Februar 2009 (ohne Zeitungsartikel und Online-Beiträge)


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