DR. Kristian Mennen


E-Mail-Adresse: k.m.mennen@uni-muenster.de

Kristian Mennen

Lebenslauf

Kristian Mennen studierte ab 2002 Geschichte an der Radboud Universität Nijmegen. Während des Studiums nahm er an mehreren internationalen Veranstaltungen der International Students of History Association (ISHA) teil und beteiligte sich in diesem Rahmen auch an der Organisation zweier Seminare. Mit seiner Bachelorarbeit 2005 unternahm er eine vergleichende Analyse der verschiedenen nationalsozialistischen Parteien im Sudetenland, aufgrund ihrer ideologischen Merkmale. Seine Magisterarbeit legte er 2006 unter dem Titel “Tussen afzijdigheid en betrokkenheid“ vor und präsentierte damit eine Studie über die niederländische Aussenpolitik der Zwischenkriegszeit in Ostmitteleuropa.
Nach seinem Studium spezialisierte er sich im Rahmen des Researchmasters Historische Wissenschaften an der Radboud Universität Nijmegen (2006-2008) auf den Fachbereich Politische Geschichte und verfasste während eines Aufenthaltes als Erasmusstudent in Wien 2008 seine Abschlussarbeit, basierend auf Forschungen im Österreichischen Staatsarchiv. Darin erforschte er den Beitrag und die Rolle der Slowaken in den Reformplänen des Erzherzogs Franz Ferdinand für die Habsburgermonarchie.

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Dissertationsthema


Katholische und sozialdemokratische zivilgesellschaftliche Organisationen in der Debatte um ihr Repertoire
Bis heute werden die nationalsozialistischen und kommunistischen Bewegungen immer noch zu sehr als von den ’normalen’, demokratischen Parteien in den 20er und 30er Jahren abweichend betrachtet. Dabei wird aber oft übersehen, dass der spezifische organisatorische Aufbau und politische Sprachgebrauch dieser Bewegungen, vor allem ihr öffentlicher Auftritt mit neuen Stilmitteln wie Massenkundgebungen, Demonstrationen und Uniformen, von den Zeitgenossen kaum als ’abstoßend’, ’verwerflich’ oder überhaupt ’abnormal’ angeschaut wurden. Offensichtlich passten diese Parteien sehr gut in das politische Repertoire der zwanziger Jahre, das seit der Einführung des allgemeinen Wahlrechtes 1918 eine neue politische Kultur mitprägte und an dem alle politischen Strömungen sich beteiligten. Alle Bewegungen in der Zwischenkriegszeit versuchten sich mit Kundgebungen, Fackelzügen und Symbolik auf der Straße sichtbar zu machen.
In diesem Promotionsprojekt werden diese Aspekte sowohl zwischen Deutschland und den Niederlande, als auch zwischen verschiedenen politischen Richtungen miteinander verglichen. Die Haltungen zivilgesellschaftlicher Akteure in Deutschland und den Niederlanden, die das katholische oder sozialdemokratische Repertoire entscheidend mitgeprägt haben, werden als repräsentativ für ihre jeweiligen Milieus betrachtet. Die zentrale Frage ist die, wie die Zeitgenossen ihr eigenes Repertoire und öffentlichen Aufritt im Hinblick auf die faschistische Herausforderung evaluierten, interpretierten und weiterentwickelten. Ähnelten die Repertoires sich? Wurden die anscheinend so besonders erfolgreichen äußeren Formen, die die Nationalsozialisten verwendeten, in das eigene Repertoire übernommen, oder wurden sie grundsätzlich abgelehnt, gerade weil sie mit den Nationalsozialisten assoziiert wurden? Das extremste Formelement, die Anwendung politischer Gewalt, hat damals jedenfalls die meisten Debatten ausgelöst.
Öffentlicher Raum wird in diesem Zusammenhang als die geographische und physische Dimension der Öffentlichkeit aufgefasst, also buchstäblich als die Straße, auf der marschiert wurde. Die Öffentlichkeit war keineswegs auf ihre räumliche Komponente beschränkt, wurde aber in der Zwischenkriegszeit mehr als danach vom öffentlichen Raum und der Beherrschung desselben bestimmt. Der deutsch-niederländische Vergleich stellt eine zusätzliche analytische Schicht dar: Auch die niederländischen zivilgesellschaftlichen Organisationen hatten sich zu überlegen, ob sie die deutschen Formen des Repertoires nur so kopieren und importieren durften, oder diese Methoden dann sofort als "unniederländisch" diffamiert wurden.

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Publikationen

Beiträge:

  • Euverman, A./Mennen, K. (Hrsg.) (2006): Nederlands Dertigjarige Oorlog: pers en politiek over een koloniale oorlog, Ex Tempore, Verleden Tijdschrift 25, H. 1, S. 1-16.
  • Mennen, K.M. (2010): Leering at Vienna. The Slovaks, Franz Ferdinand, and the Archduke’s Reform Plans, Bohemia 50, H. 2, S. 367-386.
  • Mennen, K.M. (2010): De Szent-Gotthardaffaire 1928. Nederlandse diplomatie in een internationale conflictsituatie, Ex Tempore, Verleden Tijdschrift 29, H. 2, S. 125-137.

Rezensionen:

  • Mennen, K. (2011): Fasora, Lukáš / Hanuš, Jiří / Malíř, Jiří: Sozial-reformatorisches Denken in den böhmischen Ländern 1848-1914, Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung 60, H. 4, S. 637-638.
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  • Mennen, K. (2012): Secularization and the Working Class. The Czech Lands and Central Europe in the 19th Century, Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung 61, H. 3, S. 488-490.
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Stand: 28. Januar 2013


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