Dr. Frederike Neißkenwirth


E-Mail-Adresse: f.neisskenwirth[at]gmx.net

Frederike Neißkenwirth

Lebenslauf

Frederike Neißkenwirth (1979) studierte Geschichte, Politik und Volkskunde an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. 2002/03 verbrachte sie als Erasmus-Stipendiatin ein Auslandsjahr an der Universitá Roma Tre, Rom/Italien. Während des Studiums absolvierte sie Praktika im Deutschen Bundestag und bei der Gerda-Henkel-Stiftung in Düsseldorf. Als freie Mitarbeiterin führte sie zudem für die Gerda-Henkel-Stiftung eine umfassende Analyse der Wissenschaftsförderung in Deutschland, Europa und den USA durch. Nach ihrem Studienabschluss (M.A.) nahm sie eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Deutschen Bundestag an. Im Zentrum für Niederlande-Studien war sie anschließend als wissenschaftliche Hilfekraft beim Online-Portal NiederlandeNet tätig.
Zurzeit ist Frederike Neißkenwirth als Lehrbeauftragte an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, Studiengang Journalismus in Hamburg beschäftigt. Ihre Dissertation über die Europäische Bewegung in Deutschland und den Niederlanden wird von Prof. Dr. Friso Wielenga und Prof. Dr. Duco Hellema betreut.

Dissertationsthema

Vordenker für Europa. Die europäische Einigungsbewegung 1945–1962

Ein erster Impuls für ein zivilgesellschaftliches Europaengagement im vollkommen zerstörten Nachkriegsdeutschland ging von niederländischen Europaaktivisten aus. Sie gaben Starthilfe für den Aufbau der europaföderalistischen Verbandsarbeit. Obwohl die Niederländer schwer unter der deutschen Besatzung gelitten hatten, setzte sich bereits in der unmittelbaren Nachkriegszeit in den Europa-Gruppen die Überzeugung durch, dass eine positive Integration Deutschlands in die europäische Staatengemeinschaft für die dauerhafte Sicherung des Friedens in Europa notwendig sei. In der Phase der Neuorientierung nach einer Zeit, in der das Verhältnis der beiden ungleichen Nachbarstaaten durch Krieg und Besatzung tief zerrüttet worden war, überwanden die Akteure einer zivilgesellschaftlichen Bewegung, die schrecklichen Erfahrungen des Krieges und arbeiteten konstruktiv zusammen.

Wer engagierte sich in den ungleichen Nachbarstaaten für die Idee eines vereinten Europas? Wie funktionierte die Zusammenarbeit über die Grenze hinweg? Welche Visionen über die Zukunft Europas waren verbreitet? Die vergleichende Methode ermöglicht es, sowohl die enge Verbindung der deutschen und niederländischen Europabewegung aufzuzeigen, als auch Parallelen und Unterschiede in den jeweiligen Europa-Gruppen zu analysieren.

Untersucht und verglichen werden die verschiedenen Europakonzepte und die Organisationsform der niederländischen „Europese Actie“ und ihrer Nachfolgeorganisation „Beweging van Europese Federalisten“ (BEF) sowie der „Europa-Union Deutschland“. Ein besonderes Interesse richtet sich auf die Akteure – sowohl in ihrer Funktion als Vordenker als auch als Handelnde. Darüber hinaus ergibt sich aus dem Ansatz die Notwendigkeit, die Verbände der Europäischen Bewegung nicht isoliert zu betrachten. Sie werden in der Interaktion mit den übrigen politischen Akteuren gesehen.


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